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Handball-WM 2019: Christian Schwarzer ewartet viel vom DHB-Team

WM-Kolumne von Christian Schwarzer : „Vom Erfolg der Jungs hängt vieles ab“

Unser Kolumnist ist Weltmeister 2007 und Teil des All-Star-Teams der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Der ehemalige Profi ist heute als Jugend-Trainer aktiv und analysiert für uns die WM 2019.

Endlich geht’s jetzt los! Die Vorfreude auf die WM ist in den vergangenen Tagen auch bei mir immer mehr gestiegen. Als ehemaliger Handballer habe ich natürlich Wünsche und Träume für meine Sportart. Ich hoffe, dass unsere Nationalmannschaft erfolgreich spielt und Euphorie entfacht. Ob das Gleiche passieren kann, wie damals bei der Heim-WM 2007, das weiß ich nicht. 2007 war eine besondere Situation, vor allem für mich. Angefangen hatte ich als TV-Experte am Mikrofon. Nach zwei Spielen bin ich dann ins Team gerückt und direkt ins kalte Wasser geworfen worden. Der Turnierverlauf hat aber gezeigt, was für ein Potenzial der Handballsport in Deutschland hat. Mehr als 16 Millionen Zuschauer hat das WM-Finale damals vor die Fernseher gelockt. Und das würde ich mir wieder wünschen. Mit den Zuschauern im Rücken ist auch bei dieser WM alles möglich.

Hier geht es zu unserem Liveblog zur Handball-WM.

Normalerweise verschwindet die Handball-Bundesliga Woche für Woche im Bezahlfernsehen. Es ist ein großes Glück, dass die WM in der ARD und im ZDF übertragen wird. Unsere Sportart muss und wird sich in den kommenden Wochen präsentieren. Deshalb hoffe ich auch, dass die Jungs erfolgreich spielen. Davon hängt vieles ab.

Für den Erfolg müssen die Nationalspieler mit den nötigen Attributen auftreten – Kampf, Einsatz, Wille, Leidenschaft: Das wollen die Fans sehen. Und ich bin überzeugt, dass wir dafür auch die richtigen Spieler haben. Deutschland hat ein sehr gutes Torwartgespann: Andreas Wolff hat schon bei der EM 2016 sein Potenzial gezeigt. Silvio Heinevetter ist eine starke Nummer zwei, und beide ergänzen sich perfekt. Uwe Gensheimer als Kapitän wird eine wichtige Führungsrolle einnehmen, genau wie Patrick Groetzki, der schon viele Jahre mit dabei ist.

Die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern in der deutschen Nationalmannschaft stimmt. Beim Eröffnungsspiel am Donnerstag wird sich zeigen, wer es unter der Belastung eines so großen Turniers im eigenen Land schafft, seine Leistung auch abzurufen. Das ist die Grundvoraussetzung, um Erfolg zu haben und um ein Vorbild für junge Handballer zu sein, die ihnen in Vereinen im ganzen Land nacheifern.

Unser Kolumnist Christian Schwarzer während der WM 2007. Foto: grafik/AP, AP

Ein Eröffnungsspiel bei einer Heim-WM ist eine ganz spezielle Situation. 2007 hat man das gesehen. Unser Team hat sich gegen Brasilien schwer getan hat. Deutschlands erster Gegner diesmal heißt Korea. Und das Spiel wird alles andere als ein Selbstläufer.

Die Spieler haben zwar Videos geschaut und studiert, wie die Koreaner agieren. Aber ganz so einfach ist das nicht. Asiaten bewegen sich im Handball ganz anders als wir Europäer. Viel geschmeidiger und super schnell. Das kannst du im Training nicht simulieren. Deswegen muss der volle Fokus auf diesem Spiel liegen. Ein Sieg sollte bestenfalls Selbstbewusstsein für die folgenden Aufgaben schaffen. Die deutsche Mannschaft wird – außer im Duell mit Weltmeister Frankreich – als Favorit in jede Begegnung in der Gruppe gehen. Da müssen die Jungs zeigen, dass sie mit dem Druck klarkommen.

Bei einem Turnier zählt der Gastgeber immer zum Favoritenkreis, weil er die Fans auf seiner Seite hat. Das Halbfinale zu erreichen, das muss das Ziel sein. Auch wenn sechs bis acht Mannschaften sicher die Möglichkeit haben, um die Medaillen mitzuspielen. Schlussendlich werden die Teams ganz vorne mit dabei sein, die am konstantesten spielen.

(ball/RP)