THW Kiel: EHF ordnet Heimrecht-Tausch an

Terminstreit im Handball: EHF ordnet Kieler Heimrecht-Tausch an

Im Terminstreit um die Austragung des Achtelfinales in der Champions League hat die Europäische Handball-Föderation (EHF) ein Heimrecht-Tausch angeordnet.

Rekordmeister THW Kiel muss gegen den ungarischen Meister Pick Szeged entgegen der sportlichen Qualifikationskriterien demnach zunächst zuhause antreten. Diese Entscheidung des europäischen Dachverbandes teilte der THW am Donnerstag mit.

"Dieser Heimrecht-Tausch führt die sportliche Wertigkeit der gesamten Gruppenphase ad absurdum und wird dem Einsatz unserer Mannschaft für das Heimrecht im Rückspiel in keinster Weise gerecht", wird ein "tief enttäuschter" THW-Sportchef Viktor Szilagyi in der Vereinsmitteilung zitiert. Der Tausch sei "nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein emotionaler und wirtschaftlicher Schlag."

Die Rhein-Neckar Löwen, die bei ihrem Achtelfinale gegen KS Vive Kielce mit der gleichen Problematik konfrontiert sind, haben auf den EHF-Vorschlag eines Tausches des Heimrechts noch nicht offiziell reagiert. Nach einem Bericht des "Mannheimer Morgens" weigert sich der deutsche Meister aber gegen die Anordnung aus Wien und schlägt seinerseits vor, am 25. März in Kielce zu spielen.

Die EHF bestätigte am Nachmittag via offizieller Pressemitteilung allerdings die Ansetzung des Löwenspiels für den 24. März. Demnach müssen die Badener in der Königsklasse am selben Tag in Polen antreten wie zum Bundesliga-Topspiel in Kiel.

Das Hinspiel des THW wird nun am Mittwoch, 21. März, in Kiel austragen. Die Entscheidung über das Weiterkommen fällt dann am Sonntag, 1. April, in Szeged. Der THW hatte sich durch den vierten Platz in der Gruppenphase der Königsklasse sportlich eigentlich das Heimrecht im Rückspiel erkämpft. Weil es Szeged mit Verweis auf den heimischen TV-Markt aber ablehnte, sein Heimspiel am 21. oder 22. März auszutragen, musste Kiel seinen vermeintlichen Vorteil nun wegen einer Terminkollision mit der Liga (HBL) aber abgeben.

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(sid)