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Rhein-Neckar Löwen: Trainer Martin Schwalb positiv auf Corona getestet

Infizierte Rhein-Neckar Löwen : Auch Trainer Schwalb positiv auf Corona getestet

Die Rhein-Neckar Löwen vermelden den nächsten Coronafall: Auch Trainer Martin Schwalb ist an COVID-19 erkrankt. Die Situation im Handball spitzt sich zu.

Seine Umzugspläne musste Martin Schwalb vorerst beiseite legen. Anstatt in der unfreiwilligen Corona-Pause seinen Wohnortwechsel von Hamburg in die sportliche Heimat Mannheim voranzutreiben, tritt der Handball-Trainer der Rhein-Neckar Löwen notgedrungen kürzer. Nach mehreren Spielern infizierte sich auch der "Löwen-Dompteur" mit dem alles überlagernden Virus.

"Ich fühle mich soweit gut", teilte der 56-Jährige am Donnerstag mit. Wie ihr Coach befindet sich die komplette Mannschaft der "infizierten Löwen" bereits seit einigen Tagen in häuslicher Quarantäne. Hintergrund sind nachgewiesene COVID-19-Erkrankungen bei mehreren Spielern, unter anderem beim deutschen Nationalspieler Jannik Kohlbacher und dem dänischen Weltmeister Mads Mensah.

Schwalb nutzte die Veröffentlichung seiner eigenen Erkrankung für einen eindringlichen Appell. Er wolle alle Leute bitten, "die Regeln und Vorschriften der Behörden in der aktuellen Situation umzusetzen. Auch ohne körperliche Symptome kann man zum Überträger werden und wird damit zur Gefahr für seine Mitmenschen", ließ der Trainer in einer Pressemitteilung der Löwen mitteilen.

Schwalb, der nach seinem 2014 erlittenen Herzinfarkt im Februar in die Bundesliga zurückgekehrt war, hatte nach Vereinsangaben eigentlich seinen Umzug in die Rhein-Neckar-Region vorbereitet und war dazu vor wenigen Tagen nach Hamburg gereist. "Nach Rücksprache mit dem Verein ließ sich Schwalb auf das Coronavirus testen, mit positivem Ergebnis", hieß es in der Mitteilung.

Schon am Mittwoch hatte der zweimalige deutsche Meister weitere Erkrankungen in seiner Mannschaft öffentlich gemacht. Welche und wie viele Spieler betroffen sind, ist nicht bekannt. Nur so viel: "Den positiv Getesteten geht es soweit gut", sagte Geschäftsführerin Jennifer Kettemann dem SID. Schwalb verbringt die 14 Tage nun in seiner Heimat in Hamburg, wo er mit dem HSV seine größten Erfolge als Coach gefeiert hatte.

Kettemann versucht sich derweil am nahezu Unmöglichen: Die Geschäftsführerin spielt Szenarien durch, um sich irgendwie auf die Rückkehr der Normalität vorzubereiten. Aber das ist schwierig. "Alles ist unberechenbar", sagte Kettemann, "generell ist es eine sehr schwierige Situation für den gesamten Handball - und auch für uns."

Handball stehe erst einmal nicht im Mittelpunkt, weil "Vorsichtsmaßnahmen für die gesamte Gesellschaft oberste Priorität hätten", sagte Kettemann. Ein Trainingsbetrieb wäre derzeit ohnehin nicht möglich, weil die SAP Arena in Mannheim für den Sportbetrieb gesperrt ist. Alle Spieler erhielten individuelle Trainingspläne, die nach der Quarantäne-Anordnung für die eigenen vier Wände angepasst wurden.

Wie den Löwen geht es derzeit auch den weiteren 17 Bundesligisten. Die Liga ist, anders als im Eishockey, nicht abgebrochen worden, sondern ruht bis einschließlich dem 22. April. Anschließend soll es nach Möglichkeit weitergehen. Ob das realistisch ist, ist derzeit völlig unklar. Die Liga der Frauen war am Donnerstag nach 18 von 26 Spieltagen vorzeitig abgebrochen worden.

(ako/sid)