Handball-Bundesliga: HSV Hamburg: Versagt, verzockt, verloren

Handball-Bundesliga: HSV Hamburg: Versagt, verzockt, verloren

Hamburg (RPO). Versagt, verzockt, verloren: Die demoralisierende 31:39 (17:17)-Heimpleite gegen den VFL Gummersbach hat beim HSV Hamburg Spuren hinterlassen. "Wir waren in einem schwarzen Loch, das alles Negative angezogen hat. Es ist alles schief gelaufen, was schief laufen kann", sagte Nationalspieler Torsten Jansen.

Nach der ersten Niederlage des Kalenderjahres ist die komfortable Ausgangsposition im Titelkampf der Handball-Bundesliga für den Tabellenführer vorerst dahin. Rekordmeister THW Kiel setzt schon zum Überholvorgang an.

Nach Minuspunkten hatte der THW vor seiner Partie am Mittwochabend gegen Tabellenschlusslicht GWD Minden bereits die Nase vorn. Den 39:5 Zählern der Hamburger stellte der Nordrivale 36: 4 Punkte gegenüber. "Wir sind wieder in Tritt gekommen, die Tendenz zeigt klar nach oben. Meine Mannschaft kann viel erreichen", sagte Kiels Trainer Alfred Gislason und blies vor dem Spiel gegen Minden zum Angriff auf die Spitze.

Um beim HSV für Verunsicherung zu sorgen, bedurfte es jedoch nicht mal der Drohgebährden des THW. "Wir haben einen gebrauchten Tag erwischt und von Anfang an nicht ins Spiel gefunden", sagte Hamburgs Trainer Martin Schwalb nach der Pleite gegen Gummersbach und konnte sich selbst von seiner Generalkritik nicht ausnehmen. Der Coach hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit bei eigenem Ballbesitz den Torwart durch einen siebten Feldspieler ersetzt. Das Experiment misslang, der VfL zog davon.

"Ich musste etwas probieren, aber der Schuss ging nach hinten los. Von daher übernehme ich die volle Verantwortung. Auch meine Leistung war nicht gut", sagte Schwalb. So erreichte einzig der elfmal erfolgreiche Hans Lindberg annähernd Normalform. "Die Taktik mit dem siebten Feldspieler hat nicht geklappt. Wir haben ganz schlecht gespielt", sagte der Däne: "Wir müssen das Spiel jetzt ganz schnell abhaken. Schließlich wollen wir nach wie vor deutscher Meister werden."

Gummersbach, das Anfang Februar bereits die Kieler aus dem DHB-Pokal befördert hatte, profilierte sich derweil ein weiteres Mal als Favoritenschreck. "Ich dachte nicht, dass wir so eine Leistung wie gegen Kiel noch einmal wiederholen können. Das war wieder ein unglaubliches Spiel", sagte VfL-Geschäftsführer Axel Geerken und freute sich über "eine taktische Meisterleistung".

(SID/chk)