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Handball-WM: DHB-Frauen starten Medaillenjagd

DHB-Frauen starten Medaillenjagd : Handballerinnen „heiß“ auf WM-Auftakt

14 Jahre nach der letzten deutschen Medaille greifen die DHB-Frauen an. Gegen Tschechien soll die Grundlage für eine erfolgreiche WM gelegt werden.

Den Hotelflur im Teamquartier verzierten Emily Bölk und Co. mit einer großen Deutschland-Fahne, aus der Heimat trudelten pünktlich zum WM-Start Adventsleckereien ein - die Medaillenjagd der deutschen Handballerinnen kann beginnen. 14 Jahre nach dem letzten Edelmetall soll es für die DHB-Frauen beim XXL-Turnier in Spanien endlich wieder eine Sternstunde geben.

"Wir sind bereit und freuen uns, dass es jetzt losgeht. Wir sind heiß", sagte Rückraumspielerin Xenia Smits mit einem breiten Grinsen. Und auch der mehr denn je im Fokus stehende Bundestrainer Henk Groener versicherte vor dem WM-Auftakt am Donnerstag (18.00 Uhr/sportdeutschland.TV) gegen Tschechien: "Wir sehnen das erste Spiel entgegen."

Ein Sieg ist bei der Partie in Lliria, wo die Halle wie an allen vier WM-Standorten mit bis zu 80 Prozent ausgelastet werden darf, fest eingeplant - auch wenn Groener vor einem "unangenehmen Gegner" warnte. Das XXL-Turnier in Spanien mit 32 Teams bezeichnete der Niederländer als einen Marathon, "aber wir müssen von Anfang an da sein".

Der frühere Medaillenschmied, der sein Heimatland 2015 zu WM-Silber geführt hatte, weiß um die Bedeutung der WM mit erstmals 32 Teams. Der Vertrag von Groener läuft im Frühjahr aus. Will er eine Zukunft im Deutschen Handballbund (DHB) haben, muss er auf der iberischen Halbinsel liefern. Nach den Enttäuschungen der vergangenen Jahre gilt das Viertelfinale als Maßstab. Mindestens.

Eine konkrete Zielvorgabe gibt es beim Verband aber nicht. Eine erfolgreiche WM, bekräftigte Groener am Mittwoch im ZDF erneut, "hat weniger mit der Platzierung zu tun als mehr mit der Art und Weise, wie wir spielen", erklärte der Niederländer. Seine Vertragsverlängerung spiele angeblich "überhaupt keine Rolle".

Der 61-Jährige weiß aber auch: Die Sehnsucht nach handfesten Erfolgen ist riesig. Anderthalb Jahrzehnte liegt die letzte DHB-Medaille bei einem großen Frauen-Turnier bereits zurück, 2007 gab es WM-Bronze in Frankreich.

Die vergangenen Jahre unter Groeners Regie waren trotz einem Aufwärtstrend im Ergebnis dagegen von Enttäuschungen geprägt. Nach dem EM-Aus in der Hauptrunde im Vorjahr flossen wie auch nach den verpassten Olympischen Spielen bei der WM in Japan 2019 bittere Tränen des Frusts.

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Diese soll sich in Spanien nicht wiederholen. Nimmt die DHB-Auswahl aus der Vorrundengruppe mit den weiteren Gegnern Slowakei am Samstag (18.00 Uhr) und Ungarn am Montag (20.30 Uhr) im Idealfall 4:0 Punkte in die Hauptrunde mit, sind das Viertelfinale, und damit auch die ersehnten Medaillenspiele, bereits in Sichtweite.

"Wir haben auf jeden Fall Schritte vorwärts gemacht, jetzt sollen unsere Gegner zeigen, ob sie das auch geschafft haben", sagte Groener - und klang dabei sogar etwas angriffslustig.

Auch der DHB in Person von Axel Kromer erkennt mehr Potenzial im jungen Team als noch in den Vorjahren. "Wir glauben, dass die Mannschaft qualitativ gewachsen ist", sagte der Sportvorstand. Das gesteigerte Niveau, das unter anderem aus der gewachsenen internationalen Erfahrung der Spielerinnen resultiert, muss aber konstant gezeigt werden.

Darin dürfte die größte Herausforderung liegen. Von Druck oder Nervosität war am Tag vor dem wegweisenden Auftakt bei strahlendem Sonnenschein im Teamhotel "Sercotel Sorolla Palace" aber wenig zu spüren. Das dürfte sich bis Donnerstagabend ändern.

(sid)