Gegen Japan DHB-Frauen mit Sieg zum WM-Start

Herning · Deutschlands Handballerinnen haben einen erfolgreichen WM-Start hingelegt. Das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch gewann am Donnerstag im dänischen Herning zum Auftakt 31:30 (18:17) gegen Japan.

Maren Weigel (r.) aus Deutschland jubelt nach einem Treffer.

Maren Weigel (r.) aus Deutschland jubelt nach einem Treffer.

Foto: dpa/Claus Fisker

Lucky Punch mit der Schlusssirene: Deutschlands Handballerinnen haben trotz eines holprigen Auftritts einen erfolgreichen Start in ihr WM-Abenteuer hingelegt. Das defensiv noch anfällige Team von Bundestrainer Markus Gaugisch kämpfte sich am Donnerstag im dänischen Herning dank eines späten Treffers von Xenia Smits zu einem 31:30 (18:17) gegen Japan und hat damit bereits den Einzug in die Hauptrunde vor Augen.

„Ich bin froh, dass wir das gerissen haben. Da geht es nicht um die Art und Weise oder darum, jetzt irgendwas zu suchen. Wir haben viele gute Sachen gemacht“, sagte Gaugisch nach dem dramatischen Ende der Partie. Smits entschied erst Augenblicke vor Spielende die Partie, nachdem Deutschland zunächst einen Fünf-Tore-Vorsprung verspielt hatte.

Kapitänin Alina Grijseels war vor 1700 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen mit sieben Treffern die beste Werferin für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die in der Abwehr noch einige Abstimmungsschwierigkeiten offenbarte. Dafür ließen Emily Bölk und Co. den Offensivmotor heiß laufen und entschieden die Partie auf der Zielgeraden trotz flatternder Nerven. „Es war hinten sehr schwer zu verteidigen, aber wir haben kein schlechtes Spiel gemacht“, sagte Gaugisch.

Am Samstag (18.00 Uhr) reicht ein Sieg gegen Außenseiter Iran zum vorzeitigen Weiterkommen. Die letzte Partie in Vorrundengruppe F bestreitet Deutschland am Montag (20.30 Uhr/beide Sportdeutschland.TV) gegen Polen. Die drei besten Teams jeder Gruppe kommen weiter und nehmen die Punkte gegen die ebenfalls qualifizierten Teams mit in die zweite Turnierphase.

Das deutsche Team benötigte längere Zeit, um sich auf die unorthodoxe Spielweise der Japanerinnen einzustellen und musste zunächst hinterherlaufen. Weil Deutschland offensiv mit der klugen Spielgestalterin Grijseels immer wieder Lösungen fand, verwandelte sich der frühe 2:5-Rückstand (6.) kurze Zeit später beim 10:8 (14.) in eine Zwei-Tore-Führung.

Entscheidend absetzen konnten sich die DHB-Frauen in der Folge jedoch zunächst nicht, weil die Abwehr - sonst das Prunkstück der Mannschaft - noch nicht so sicher stand wie gewohnt. Daran änderte auch das Mitwirken von Smits nichts, die wegen eines Pferdekusses die Generalprobe gegen Schweden (23:30) noch verpasst hatte, sich aber rechtzeitig fit meldete.

Beim 21:18 (35.) ging Deutschland erstmals mit drei Treffern in Führung. Annika Lott vom Thüringer HC nahm in dieser Phase eine entscheidende Rolle ein.

Auf der Gegenseite stellte Japan Deutschland mit einem Sieben-gegen-Sechs vor eine neue Herausforderung. Insgesamt stand die DHB-Auswahl nach dem Seitenwechsel aber etwas stabiler, dennoch blieb die Partie nach leichtfertigen Fehlern in der Offensive bis zum Ende spannend.

Das Ziel der DHB-Frauen bei der EM in Dänemark, Norwegen und Schweden ist das Erreichen des Viertelfinals und das damit einhergehende Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier im Frühjahr kommenden Jahres.

(stja/sid/dpa)
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