DHB macht ernst beim "Equal Pay" Handball-Frauen sollen gleiche Prämie bekommen wie Männer

Dortmund · Der Deutsche Handball-Bund hat die Prämienregelung für die anstehende Frauen-EM bekannt gegeben. Den deutschen Handball-Frauen winken die gleichen Summen wie den Männern.

Die DHB-Kapitäninnen Emily Bölk (l.) und Alina Grijseels (Mitte) haben die Prämie ausgehandelt und sehen in der Summe „ein starkes Signal für den Frauensport“.

Die DHB-Kapitäninnen Emily Bölk (l.) und Alina Grijseels (Mitte) haben die Prämie ausgehandelt und sehen in der Summe „ein starkes Signal für den Frauensport“.

Foto: dpa/Marco Wolf

Im Falle des EM-Triumphs kassieren die deutschen Handball-Frauen eine Prämie von 250 000 Euro. Das hat das Präsidium des Deutschen Handballbundes beschlossen. Die vom Verband ausgelobte Prämie bezieht sich auf die gesamte Mannschaft und ist erstmals genauso hoch wie bei den Männern, die den Titelgewinn bei der EM im Januar jedoch klar verpasst hatten.

„Wir signalisieren mit dieser Prämienregelung, was wir intern leben: Unsere Frauen genießen die gleiche Wertschätzung wie unsere Männer“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann, der die Regelung „auch als gesellschaftspolitisches Signal“ versteht. Auf dem Weg zum Equal Pay seien „sicherlich noch weitere Schritte zurückzulegen, aber dieser Entschluss ist mehr als ein Anfang“.

Die DHB-Kapitäninnen Emily Bölk und Alina Grijseels sehen in der ausgehandelten Summe „ein starkes Signal für den Frauensport. Wir freuen uns über diese Wertschätzung, die sich in die professionellen Rahmenbedingungen der Lehrgangsmaßnahmen in den letzten Jahren einfügt.“

Das mögliche Preisgeld würde sich auf die gesamte Mannschaft verteilen, hinzu kämen 20 Prozent für das Team hinter dem Team. Für Bundestrainer Markus Gaugisch und die übrigen Coaches gelten individuelle Regelungen.

Die EM-Prämien, die bei Frauen und Männern im Wesentlichen durch Sponsorenleistungen gedeckt sind, sind gestaffelt. So gibt es für das Erreichen der Hauptrunde für das Frauen-Team 30.000 Euro. Auch die Tagegelder der Nationalspielerinnen (ja nach Anzahl der Länderspiele bis zu 100 Euro) haben sich dem Niveau der Männer weiter angenähert.

Die Maßnahmen beruhen auf einem Strategiepapier der AG Frauenhandball, die der DHB-Bundestag bereits im Oktober 2021 auf den Weg gebracht hatte. Dieses beinhaltet strukturelle Reformen im Spielbetrieb und in der Förderung, um im von Verbandsseite ausgerufenen „Jahrzehnt des Handballs“ mit höherer Qualität auf allen Ebenen das Interesse am Frauenhandball nachhaltig zu steigern. Leuchtturmprojekt im Frauenhandball ist die Heim-Weltmeisterschaft im Dezember 2025, die Deutschland gemeinsam mit den Niederlanden ausrichtet.

Aktuell bereitet sich die DHB-Auswahl mit Bundestrainer Gaugisch im ungarischen Tatabanya auf die EM vor. Am Montag steht das Testspiel gegen Gastgeber Ungarn (17 Uhr/Sportdeutschland.tv) auf dem Programm. Am Mittwoch geht es in der Generalprobe gegen Rumänien (18 Uhr/Sport1), ehe am Samstag (20.30 Uhr/Sportdeutschland.tv) in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica der EM-Auftakt gegen Polen steigt.

(dpa/sid/dni)
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