Handball-EM: Deutschland geht gegen Spanien unter

Klatsche bei Handball-EM : DHB-Team geht gegen Spanien unter

Hauptrunde noch nicht sicher, Halbfinale in weiter Ferne: Die deutschen Handballer haben am zweiten Gruppenspieltag der EM gegen Spanien eine heftige Niederlage kassiert.

Kein Biss, keine Ideen und keine Klasse: Deutschlands Handballer haben nach einem teilweise desolaten Auftritt einen herben Rückschlag bei der Europameisterschaft erlitten. Die DHB-Auswahl kassierte am Samstag im zweiten Vorrundenspiel gegen Titelverteidiger Spanien eine ganz bittere 26:33 (11:14)-Niederlage und steht im Kampf um den angepeilten Halbfinal-Einzug nun schwer unter Druck.

Während die Spanier bereits das Ticket für die Hauptrunde lösten, darf sich der Europameister von 2016 im abschließenden Gruppenspiel gegen Außenseiter Lettland am Montag keinen Patzer und in der nächsten Turnierphase keine weitere Niederlage leisten, soll der Medaillentraum nicht vorzeitig platzen. Bester deutscher Werfer war Hendrik Pekeler mit fünf Toren.

Beide Teams wussten um die Bedeutung des Spiels und begannen vor 6558 Zuschauern in Trondheim entsprechend nervös. Erst nach 4:40 Minuten fiel das erste Tor - für den Titelverteidiger. Die DHB-Auswahl leistete sich vor allem im Angriff gegen die sehr offensiv deckenden Spanier viele unnötige Fehler und lag nach acht Minuten mit 1:4 zurück. Prokop reagierte sofort und nahm in der ersten Auszeit einige Korrekturen vor.

Doch es wurde nicht besser, was der Bundestrainer an der Seitenlinie laut schimpfend und mit bösem Blick verfolgte. Torwart Andreas Wolff bekam zudem kaum einen Ball zu fassen und musste seinen Platz zwischen den Pfosten schon nach zwölf Minuten beim Stand von 2:8 für Johannes Bitter räumen. Der 37 Jahre alte Routinier, der 2007 schon beim deutschen WM-Triumph dabei war, konnte sich aber ebenfalls kaum auszeichnen.

Viel mehr Wirkung zeigte die Umstellung auf eine offensive Abwehr, mit der die Spanier schlechter zurecht kamen. Nach einem 5:0-Lauf war die DHB-Auswahl beim 9:10 plötzlich wieder dran. Die deutsche Mannschaft konnte das Momentum jedoch nicht nutzen, weil sie sich weiter zu viele Fehler in der Offensive leistete. Zudem scheiterte Kapitän Uwe Gensheimer gleich zweimal beim Siebenmeter am überragenden spanischen Keeper Gonzalo Perez de Vargas. So zogen die Spanier wieder davon.

„Es hat sehr deutliche Worte gegeben“, berichtete Teammanager Oliver Roggisch nach der Pause von einer Kabinenpredigt des Bundestrainers und gab die Marschroute für die zweiten 30 Minuten vor: „Wir müssen im Angriff viel mutiger agieren.“

Prokop reagierte nicht nur verbal auf die verpatzte erste Halbzeit, sondern auch personell. Die Routiniers Gensheimer und Tobias Reichmann mussten auf die Bank und wurden auf den Außenpositionen durch die EM-Debütanten Patrick Zieker und Timo Kastening ersetzt. Und Wolff kehrte ins Tor zurück.

Doch die erhoffte Wende blieb aus. Wieder erwischte Spanien den besseren Start und verschaffte sich erneut ein Fünf-Tore-Polster (18:13). Bei der deutschen Mannschaft lief an diesem Tag nichts zusammen. „Mit unseren Fehlern kommen wir nicht weiter, wir müssen alle überzeugt sein“, forderte Prokop in der nächsten Auszeit Mitte der zweiten Halbzeit beim Stand von 18:24. Doch seine Worte verhallten ohne Wirkung.

Statistik:

Spanien: Perez de Vargas, Corrales - A. Duschebajew (7), Maqueda (4), Gomez (4/1), Canellas (3), Sole (3), Entrerrios (2), Arino (2), Sarmiento (2), Fernandez (2), Figueras (2), D. Duschebajew (1), Aguinagalde (1)

Deutschland: Wolff (Kielce), Bitter (Stuttgart) - Pekeler (Kiel/5), Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen/4/2), Häfner (Melsungen/3), Böhm (Hannover/3), Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen/2), Weber (Leipzig/2), Kastening (Hannover/2), Kühn (Melsungen/2), Reichmann (Melsungen/2/2), Drux (Berlin/1), Wiencek (Kiel), Schmidt (Stuttgart), Zieker (Stuttgart), Michalczik (Minden).

Schiedsrichter: Brunner/Salah (Schweiz)

Zeitstrafen: 4:4

Siebenmeter: 1/1:7:4

Zuschauer in Trondheim: 6558

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(sid/dpa/old)