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Handball: DHB-Team für WM qualifiziert, Kiel im „Final4“

Handball : DHB-Team für WM qualifiziert, Kiel im „Final4“

Die Europäische Handball-Föderation EHF hat zahlreiche schwerwiegende Entscheidungen getroffen. Unter anderem löst Deutschland das Ticket für die WM 2021, zudem ist Kiel für das "Final4" der Champions League qualifiziert.

Die deutschen Handballer lösen das WM-Ticket, der THW Kiel steht im Halbfinale der Champions League, und der EHF-Cup fällt komplett aus: Mit schwerwiegenden Entscheidungen für den internationalen Spielbetrieb hat die Europäische Handball-Föderation EHF inmitten der Coronakrise mehrere Fakten geschaffen. Aus deutscher Sicht gibt es dabei Gewinner und Verlierer.

Die DHB-Männer von Trainer Alfred Gislason sicherten ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Ägypten (14. bis 31. Januar) dank ihres fünften Platzes bei der EM 2020. Der EHF-Exekutivausschuss hatte in seiner Videokonferenz am Freitag entschieden, die noch ausstehenden Play-offs der europäischen Nationen zu streichen und die europäischen WM-Plätze auf Grundlage der EM-Platzierungen von Anfang des Jahres zu vergeben.

Beim Turnier in Österreich, Schweden und Norwegen hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), damals noch unter der Leitung des mittlerweile geschassten Trainers Christian Prokop, den fünften Platz belegt.

Zudem werden die Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft zur EM 2022 werden angesichts der noch zu terminierenden Olympia-Qualifikationsrunde für Tokio auf den 6. bis 9. Januar 2021 verschoben und finden somit unmittelbar vor der erstmals mit 32 Teams ausgetragenen WM statt. Das ursprünglich für Mitte April geplante Olympia-Ausscheidungsturnier der deutschen Mannschaft in Berlin war wegen der Pandemie abgesagt worden.

Auch die deutsche Frauen-Nationalmannschaft von Bundestrainer Henk Groener umgeht unfreiwillig die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 (4. bis 20. Dezember) und ist beim Turnier in Dänemark und Norwegen dabei.

Ob die großen Nationen-Turniere im kommenden Winter aber wie geplant stattfinden können, ist angesichts der Entwicklung der Viruskrise und deren Folgen fraglich. Zuletzt war über eine Verschiebung der Männer-WM debattiert worden, um etwa der Handball Bundesliga (HBL) mehr Spielraum für die Durchführung der kommenden Saison zu geben.

Kiel, das am Dienstag nach dem Saisonabbruch der HBL zum ersten deutschen Corona-Meister ausgerufen worden war, soll planmäßig Ende des Jahres in Köln um die europäische Krone spielen. Die EHF sagte die Achtel- und Viertelfinalspiele im höchsten Vereinswettbewerb ab. Stattdessen werden die ersten beiden Mannschaften der Vorrunden-Gruppe A und B für das "Final4" gesetzt, das bereits zuvor auf den 28./29. Dezember verschoben worden war.

Neben dem THW qualifizierten sich der FC Barcelona, Paris St. Germain und Veszprem/Ungarn. Pikant: Der norwegische Topstar Sander Sagosen, der zur Saison 2020/21 nach Kiel wechselt, steht noch bei PSG unter Vertrag. Der zweite deutsche Vertreter SG Flensburg-Handewitt, der sich als Gruppenfünfter für das Achtelfinale qualifiziert hatte, ist damit aus dem Wettbewerb.

Mit den Kielern steht erstmals seit der Saison 2015/16 wieder eine deutsche Mannschaft im "Final4". Die letzte deutsche Endspiel-Beteiligung gab es 2013/14, als Flensburg sich gegen Kiel den Titel sicherte.

Abgesagt wird hingegen das für den 29./30. August in Berlin geplante Final-Turnier des EHF-Pokals. Dort waren in der Gruppenphase vier von sechs Spieltagen absolviert. Die Füchse Berlin wären als Gastgeber beim Final-Turnier gestartet, im Rennen waren zudem noch die Rhein-Neckar Löwen, der SC Magdeburg und die MT Melsungen.

"Dies ist der nächste wirtschaftliche Schaden für die Füchse, aber aufgrund der Situation leider nicht vermeidbar. Wir werden jetzt einen Antrag stellen, um im nächsten Jahr einen EHF-Startplatz zu bekommen. So erhalten wir die Möglichkeit, uns erneut für die Ausrichtung zu bewerben", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

(pabie/sid)