Handball-Champions-League: Christian Dissinger mit Vardar Skopje im Finale

Handball-Final-Four : Dissinger und Skopje spielen um Europas Krone

Christian Dissinger wird Deutschland im Finale des Final Four der Handball-Champions-League würdig vertreten: Mit seinem Verein Vardar Skopje erreichte der frühere Nationalspieler in einem unglaublichen Krimi gegen den FC Barcelona das Endspiel.

Nach dem 29:27 (9:16) am Sonntag (18.00/Sky) im Finale auf Flensburg-Bezwinger Telekom Veszprem.

"Ich weiß nicht, wie wir das gemacht haben", sagte Dissinger bei Sky: "Ich kann es nicht erklären, das ist wirklich verrückt."

Veszprem, im Viertelfinale Endstation für den deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt, gewann gegen den polnischen Vertreter KS Kielce, künftiger Arbeitgeber von Nationaltorhüter Andreas Wolff, mit 33:30 (13:13).

Barcelona war gegen Skopje in der ersten Halbzeit die klar dominierende Mannschaft - tatkräftig unterstützt von den schwachen lettischen Schiedsrichtern Zigmars Sondors und Renars Licis, die Skopje einige Male benachteiligten. "Das hat Vardar verunsichert", sagte der frühere Bundestrainer Heiner Brand in seiner Rolle als Sky-Experte: "So viel schlechter waren sie nicht."

Aber zunächst auch nicht gut genug für die schnellen Angreifer der Spanier, die vor allem die Innenverteidigung von Skopje mit den beiden Hünen Dainis Kristopans (2,15 m) und Gleb Kalarasch (2,05 m) schlecht aussehen ließen. Schlimmeres verhinderte Skopjes guter Torhüter Dejan Milosavljev, der 23 Jahre alte serbische Nationaltorwart wechselt im Sommer zum Bundesligisten Füchse Berlin.

Nach der Pause verlor Barcelonas Starensemble um den isländischen Spielmacher Aron Palmarsson komplett den Faden. Unsicherheiten in der Abwehr und viele technische Fehler im Angriff brachten Skopje Tor um Tor zurück ins Spiel. Vor allem Linkshänder Kristopans zeigte seine Qualitäten nun im Angriff und war am Ende mit zehn Toren bester Werfer seiner Mannschaft.

Fünf Minuten vor dem Ende war Skopje bis auf ein Tor herangekommen, kurz darauf fiel in der 57. Minute der Ausgleich zum 26:26. Barcelona konnte nicht mehr standhalten, all das, was die Spanier in der ersten Halbzeit ausgezeichnet hatte, ließen sie nach der Pause vermissen. Am Ende war es Dissinger vorbehalten, das letzte Tor der Partie zum 29:27-Endstand zu erzielen.

Veszprem erwischte gegen Kielce den besseren Start und führte schnell mit 5:2. Die Verletzung ihres 39 Jahre alten Star-Torhüters Arpad Sterbik, der in der 21. Minute bei einem Gegenstoß mit Kielces Marko Mamic zusammenprallte und eine Beinverletzung erlitt, schien die Ungarn vorübergehend aus dem Rhythmus zu bringen. Kielce glich beim 8:8 in der 22. Minute erstmals aus und ging wenig später in Führung, konnte sich aber nicht absetzen.

Das taten dafür die Ungarn, die Mitte der zweiten Halbzeit auf vier Tore davonzogen und Kielce mit Star-Trainer Talant Duschebajew nicht mehr herankommen ließen. Veszprems bester Werfer in der mit 19.750 Zuschauern ausverkauften Kölner Lanxess-Arena war der überragende Spielmacher Petar Nenadic, der bei 14 Versuchen zwölf Treffer erzielte. Für Kielce traf Trainer-Sohn Alex Duschebajew siebenmal ins gegnerische Tor. Mit aktuell 95 Toren ist Duschebajew der Topscorer in der laufenden Champions-League-Saison.

(ako/sid)
Mehr von RP ONLINE