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Handball-Bundesliga 2020/21: Fragen und Antworten zur neuen Saison

Restart nach Coronapause : Fragen und Antworten zum Start der Handball Bundesliga

Vor dem Start der neuen Saison in der Handball-Bundesliga gibt es so viele offene Fragen wie noch vor keiner Spielzeit. Wie viele Zuschauer sind erlaubt? Was passiert im neuen Jahr? Was ist neu? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was steht an?

Die Handball Bundesliga (HBL) startet am Donnerstag in ihre 55. Spielzeit, doch das Ende ist kaum abzusehen. Die Corona-Pandemie sorgt für Ungewissheit auf allen Ebenen. Die Klubs sind finanziell bedroht und auf den Restart angewiesen, allerdings können sie die Hallenkapazität noch nicht voll ausschöpfen.

Wie genau gestaltet sich die Zuschauer-Situation?

Die HBL-Klubs dürfen, wie beispielsweise die Vereine im Fußball auch, die Kapazität ihrer Heimspielstätte zu 20 Prozent ausschöpfen. Einzig in Schleswig-Holstein, wo mit dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt die beiden deutschen Schwergewichte beheimatet sind, dürfen die Hallen bis zu 25 Prozent gefüllt werden.

Reicht das zum Überleben?

Nein. Bis Weihnachten, so prognostizierte es HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann, könne man die derzeitige Situation durchhalten. Jedes Spiel sei für die Klubs ein Zuschussgeschäft. Die Handballvereine finanzieren sich bis zu 80 Prozent mit Eintrittskarten - ein deutlich höherer Wert als beispielsweise im Fußball.

Wer ist der Favorit auf den Meistertitel?

Natürlich der "Corona-Meister" THW Kiel - nicht nur wegen der Verpflichtung des Norwegers Sander Sagosen, der Rückraumspieler gilt als einer der besten Handballer der Welt. Die SG Flensburg-Handewitt dürfte nach den Kielern die zweitbesten Chancen haben. Dahinter bringen sich die Rhein-Neckar Löwen, die Füchse Berlin, der SC Magdeburg und die MT Melsungen in Stellung. Für Alfred Gislason hat das Quartett Außenseiterchancen auf den Titel: "Die großen Favoriten sind der THW und Flensburg", sagte der Bundestrainer dem SID.

Was ist neu?

Weil es in der abgebrochenen vergangenen Saison keine Absteiger, aber Aufsteiger gab, wurde die HBL auf 20 Teams aufgestockt. Dies bedeutet auch, dass es in dieser Saison vier Absteiger geben wird, um anschließend wieder die normale Ligagröße von 18 Teams zu erreichen.

Was sind die größten Herausforderungen?

Die Belastung der Spieler war im Handball schon vor der Pandemie ein Streitthema. Nun kommen noch einmal mehr Partien auf die Spieler zu, den Topspielern könnten beispielsweise bis Ende Januar knapp 40 Partien drohen. Grund dafür ist unter anderem die Champions League, die ihre aktuelle Spielzeit und das Final Four der vergangenen Saison noch ausspielt. Aber auch Länderspielphasen inklusive der anstehenden Mega-WM in Ägypten im Januar mit 32 Teams dürften die Spieler an ihre Grenzen bringen.

Wer sind die populärsten neuen Gesichter?

Der Kieler Sagosen ist zweifelsfrei die neue Attraktion der Liga. Der von Paris St. Germain verpflichtete Rückraumspieler soll den THW noch stärker machen. Ein ebenfalls neues Gesicht sitzt in Berlin auf der Trainerbank. Jaron Siewert ist mit nur 26 Jahren der jüngste Trainer in der HBL. In der Vorsaison hatte er TuSEM Essen in die Bundesliga geführt, ehe ihn Füchse-Chef Bob Hanning nach Berlin lotste.

Wer überträgt die Bundesliga-Spiele?

Alle Spiele werden im Pay-TV bei Sky übertragen, in aller Regel in Form von Konferenzen. Die Topspiele werden auch einzeln übertragen. Die Champions League ist hingegen nicht mehr bei Sky beheimatet. Dazn sicherte sich bis einschließlich 2026 die Übertragungsrechte für die Königsklasse.

(ako/sid)