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Handball: Barcelona gewinnt erneut die Champions League - Krimi gegen Vive Kielce

Wolff verliert mit Kielce packendes Endspiel : Barcelona verteidigt Titel im Siebenmeterwerfen

Handball-Nationaltorwart Andreas Wolff hält teilweise herausragend, der Traum platzt dennoch: Vive Kielce verliert gegen den FC Barcelona das Finale der Champions League.

Andreas Wolff sank kraftlos zu Boden und lehnte eine kleine Ewigkeit am Pfosten. Das Gesicht vergrub der Nationaltorwart in den Händen, später raufte er sich wieder und wieder die Haare - der Titel in der Champions League war so nah gewesen, aber am Ende jubelte doch wieder der FC Barcelona.

Mit 37:35 (32:32, 14:13) nach Siebenmeterwerfen gewann der Titelverteidiger das hochspannende Finale in Köln gegen Wolffs Klub Vive Kielce. „Das muss ich erstmal verarbeiten. Es tut gerade unglaublich weh“, sagte Wolff niedergeschlagen, aber reflektiert: „Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben in dieser Saison und heute eine unfassbare Moral gezeigt.“

Barcelona triumphierte damit zum zehnten Mal in der Königsklasse, 1991 hatte der Rekordsieger zudem den Europapokal der Landesmeister geholt. Rechtsaußen Aleix Gomez war vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Arena mit neun Toren der beste Werfer für die Spanier, die im Halbfinale den THW Kiel (34:30) ausgeschaltet hatten. Barca beendete zudem den „Köln-Fluch“: Erstmals seit der Erstaustragung des Final Four in der Domstadt in 2010 konnte der amtierende Champion seinen Titel erfolgreich verteidigen.

Wolff schrammte bei seiner ersten Teilnahme am Finalturnier in Köln knapp am großen Erfolg vorbei. Der 31-Jährige Wolff zeigte mehrere starke Paraden und peitschte sein Team an, Kielce rettete sich drei Sekunden vor Spielende in die Overtime, Wolff hielt auch dort stark. Kielce, das den zweiten Titel nach 2016 verpasste, fehlte offensiv aber die Abgezocktheit. Zudem vergab ausgerechnet Ausnahmespieler Alex Duschebajew im Siebenmeterwerfen.

Für die Kieler endete das Finalturnier derweil versöhnlich. Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha sicherte sich in einem packenden kleinen Finale gegen Telekom Veszprem mit 37:35 (34:34, 14:18) nach Siebenmeterwerfen die Bronzemedaille, es überwog der Stolz auf eine gute Saison: „Wir können auf jeden Fall zufrieden sein“, sagte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak.

Wolff durfte gegen Barca wie schon im Halbfinale gegen Veszprem von Beginn an zwischen die Pfosten - und startete gleich mit einer Parade. Doch auf dem Feld erwischte Barca den besseren Start. Wolff bekam häufig eine Hand an den Ball, verhinderte damit aber zunächst nur einen größeren Rückstand. Die viel gelobte Offensive des polnischen Champions kam nicht ins Rollen und ließ klarste Chancen aus. Über 5:2 (7.) setzte sich Barca auf 10:7 (20.) ab.

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Doch Kielce kam zurück, Wolff war mit einem Drittel parierter Bälle im ersten Durchgang ein enorm wichtiger Faktor. In der Pause tigerte er auf dem Spielfeld auf und ab und tankte neue Kräfte.

Das 17:16 (37.) markierte die erste Kielce-Führung seit dem 1:0, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, die Führungen wechselten hin und her. Auch Barca-Keeper Perez de Vargas griff nun aber immer wieder stark ein - und war nach dem Siebenmeterwerfen der gefeierte Mann.

(sid/old)