Handball: Allstar-Game zwischen Party und Planung - Fünf Nationalspieler sagen ab

Fünf Nationalspieler haben abgesagt: Handballer beim Allstar-Game zwischen Party und Planung

Rund um das Schaulaufen der deutschen Handballer beim All Star Game in Stuttgart sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Einige Stars werden jedoch fehlen.

Der Hunger auf Handball ist noch nicht gestillt. 6200 Zuschauer in der ausverkauften Stuttgarter Arena wollen die Nationalmannschaft am Freitag beim All Star Game (19.00 Uhr/Sky Sport News HD) feiern - auch wenn der große Wurf bei der WM am Ende nicht gelang und einige Stars fehlen werden. Die Partie des WM-Vierten gegen eine Bundesliga-Auswahl soll aber nicht nur die Titelkämpfe abrunden und Appetit auf den Rest der Saison machen. Rund um das Show-Spiel soll hinter verschlossenen Türen am Masterplan für die Zukunft gebastelt werden.

Insgesamt stehen drei Spitzentreffen auf dem Programm. Dabei sind nahezu alle führenden Köpfe des deutschen Handballs vertreten. Bei der größten Runde werden unter der Leitung des Ligaverbandes HBL die Trainer, Sportchefs und Geschäftsführer der Bundesliga sowie der 2. Liga erörtern, wie der Schwung der Heim-WM mit in den Alltag genommen werden kann. "Es gibt einen Austausch darüber, wie wir den Erfolg der WM am besten nachhaltig machen können", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID.

Nicht minder wichtig ist das Treffen der Kapitäne der Klubs mit dem Mannschaftsrat der Nationalmannschaft. Hier soll es um das Dauerthema Belastung gehen. Die Debatte darüber wird sicher zügig wieder an Fahrt aufnehmen. Schließlich geht die Saison bereits am Donnerstag weiter.

Die HBL erhofft sich ein Stimmungsbild, das die Ansichten in der Liga repräsentativ widerspiegelt. "Wir wollen die Belange der Spieler stärker in unsere Terminplanungen einbeziehen", sagte Bohmann: "Es ist wichtig, ein breites Bild zu bekommen. Es soll nicht nur um die gehen, die über die Medien gehört werden. Ich glaube zwar nicht, dass wir zum Stein der Erkenntnis gelangen. Wir müssen aber mehr mitnehmen als bislang."

Das erhofft sich auch Geschäftsführer Dierk Schmäschke vom Meister und nach wie vor ungeschlagenen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt. "Die Belastung für die Topspieler ist einfach enorm hoch", sagte Schmäschke, dessen Klub vor dem Liga-Neustart um den Einsatz zweier dänischer Weltmeister, eines norwegischen WM-Finalisten und eines schwedische Nationalspielers bangt: "In der Frage der hohen Belastung der Spieler muss sich zukünftig einiges ändern."

Dieses Thema wird sicher auch bei Christian Prokop und Axel Kromer eine Rolle spielen. Der Bundestrainer kommt mit dem Sportvorstand des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in der kleinsten Runde zusammen, um eine erste WM-Analyse zu erarbeiten.

Nicht ganz so ernst wie in den Konferenzräumen wird es auf und neben dem Platz zugehen. Die Spieler wollen eine gute Show bieten, genügend Zeit für Selfies mit den Fans und das Schreiben von Autogrammen wird es auch geben. Allerdings werden nicht alle Nationalspieler in Stuttgart dabei sein. Kapitän Uwe Gensheimer wird schon beim Training seines Noch-Klubs Paris St. Germain weilen, darüber hinaus fehlen die verletzten Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold und Steffen Fäth. Torwart Andreas Wolff hat seine Teilnahme aus privaten Gründen absagen müssen.

Die Einnahmen der Veranstaltung fließen unter anderem in die Dirk-Nowitzki-Stiftung und den Joachim-Deckarm-Fonds. So kommen den beiden Stiftungen insgesamt 10.000 Euro zu Gute.

(lt/sid)
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