Bergischer HC gegen Rhein-Neckar Löwen: Niederlage vor Rekord-Kulisse in Düsseldorf

Handball-Bundesliga 18/19: Bergischer HC verliert vor Rekordkulisse in Düsseldorf

Insgesamt 6758 Zuschauer sind beim ersten Heimspiel des Bergischen HC im ISS Dome mit dabei gewesen. Die bergischen Löwen kämpften gegen die favorisierten Rhein-Neckar Löwen, die Revanche für die Pokalniederlage misslang aber deutlich.

Die Schrecksekunde der Gäste spielt sich in der 23. Minute im ISS Dome ab. Steffen Fäth, bis dato Dreh- und Angelpunkt des Offensivspiels der Rhein-Neckar Löwen, geht im Kreis zu Boden und bleibt lange liegen. Er hält sich das linke Knie, humpelt vom Spielfeld und kehrt nicht mehr zurück. Die Verletzung bringt die kurzzeitige Wende in diesem Spiel der Handball-Bundesliga. Der Bergische HC hatte zum Duell gegen die Rhein-Neckar Löwen eingeladen. Am Ende behielten die Gäste das bessere Ende für sich.

Auf dem Programm stand das Spitzenspiel: der Tabellenfünfte empfing den Tabellenvierten. „Wir wollen das Spiel eng gestalten, und wir müssen unser Defensivspiel so hinbekommen wie im Pokalspiel“, hatte BHC-Trainer Sebastian Hinze kurz vor dem Anwurf gesagt. Im Pokalspiel vor wenigen Wochen hatte sich Rhein-Neckar nach Verlängerung mit 32:29 in der Solinger Klingenhalle durchgesetzt.

Hinzes Team brachte zumindest in der ersten Halbzeit einiges auf die Platte, um Revanche zu nehmen und verkaufte sich teuer beim ersten Auftritt im Düsseldorfer ISS Dome. Vor 6758 Zuschauern eröffneten die Rhein-Neckar Löwen das Spiel mit dem ersten Tor. Steffen Fäth sorgte für das 1:0 und war in den ersten 20 Minuten maßgeblicher Spieler in der Offensive der Gäste. Doch der BHC hielt trotz des Tempos mit. Nach zehn Spielminuten stand es 4:4 und die angereisten Löwen-Fans schwenkten die blau-weißen Fahnen. Das Spitzenspiel hatte der Fusions-Klub aus den Städten Solingen und Wuppertal weit im Voraus wegen der Attraktivität dieser Begegnung nach Düsseldorf verlegt.

An das 4:4 schloss sich dann eine starke Phase der Torhüter auf beiden Seiten an. Mikael Appelgren fing einen Wurf von Fabian Gutbrod direkt und zeigte sich gewohnt stark im Kasten der Rhein-Neckar Löwen. Auch sein Gegenüber Christopher Rudeck war ein ums andere Mal zur Stelle. Vorne gelang es dem BHC aber nicht oft genug, Kreisläufer Max Darj in Szene zu setzen. Gleichzeitig sorgten Fäth und Alex Pertersson mit je vier Treffern für eine starke Offensivphase von Rhein-Neckar. Das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen zog auf eine Drei-Tore-Führung davon. Unkonzentriertheiten in der Abwehr ließen Hinzes Mannschaft ins Hintertreffen geraten. Der Trainer reagierte, brachte Kapitän Kristian Nippes und den bulligen Kreisläufer Rafael Baena. Und das zeigte Wirkung.

Der BHC kämpfte sich wieder heran. Hinten zeigte Rudeck, der jüngst seinen Vertrag verlängerte, gute Paraden und Reflexe. Vorne verwandelte Arnor Thor Gunnarsson zwei von drei Siebenmetern, Jeffrey Broumhower traf von der Linie ebenfalls zweimal und brachte den BHC durch zwei platzierte Torwürfe wieder in Reichweite. Dem Gastgeber gehörte auch deswegen die wichtige Phase vor der Halbzeitpause, weil die Mannheimer ab der 23. Minute auf Fäth verzichten mussten. Wie schwer Fäths Knieverletzung ist, blieb zunächst offen. Mit 13:15 gingen die Teams in die Halbzeitpause, danach wendete sich das Blatt rapide.

Zu Beginn der zweiten Hälfte erwischte der BHC einen Fehlstart. Das Offensivspiel war nicht variabel, nicht durchschlagskräftig genug gegen die aggressive Deckung der Rhein-Neckar Löwen. Drei Minuten nach Wiederanpfiff stand es bereits 13:18. Für die Gäste übernahmen Petersson, Sigurdsson und Filip Taleski, der für Fäth gekommen war, offensiv die Verantwortung. Mit vier Treffern innerhalb von 15 Minuten war es zwar BHC-Spieler Fabian Gutbrod, der die bergischen Löwen voerst im Spiel hielt. Auf den 3:0-Lauf des BHC reagierten die Gäste aber mit einer Auszeit – und kamen stark zurück. Der amtierende Supercup-Sieger war mannschaftlich allzu überlegen. Nach 50 Minuten schaffte es der Bergische HC nicht mehr, etwa Anspiele an Kreisläufer Jannik Kohlbacher zu verhindern, das Tempospiel des Gegners zu unterbinden und den Anschluss zu halten. Auf 21:27 zog Rhein-Neckar fünf Minuten vor Schluss davon.

Der Bergische HC unterlag letztlich 25:30, weil die Rhein-Neckar Löwen ihre ganze Klasse auf die Platte brachten. Nach Abpfiff stand eine positive Erkenntnis für den BHC: Der Bundesliga-Aufsteiger konnte eine Halbzeit lang Paroli bieten. Viel Arbeit bleibt allerdings, um die bislang überzeugende Saison auch weiterhin positiv zu gestalten.

Offen bleibt die Frage, ob sich der BHC einen Gefallen mit dem Heimspiel in der Fremde getan hat, er sich gar um den Heimvorteil gebracht hat. Denn die Kulisse war phänomenal und die Resonanz der Fans dürfte Mut machen. Doch das hitzige Flair in den Hexenkesseln Wuppertaler Uni-Halle oder Solinger Klingenhalle, das fehlte.

Tore: Gutbrod (7), Boomhouwer (6/4), Gunnarsson (6/2), Nippes (3), Baena Gonzalez (2), Babak (1) für Bergischer - Sigurdsson (8/2), Taleski (5), Petersson (5), Fäth (4), Kohlbacher (4), Schmid (2), Guardiola (2) für Rhein-Neckar.

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