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Tiger Woods krönt Comeback mit 80. Tour-Sieg

Golf-Supertar meldet sich zurück : Woods kämpft nach 80. Tour-Sieg mit den Tränen

Tiger Woods hat seinen 80. Turniersieg auf der PGA-Tour gefeiert und sich damit endgültig im Konzert der Großen zurückgemeldet. Der 42-Jährige ist in Top-Form - und will nun mit den USA den Ryder Cup gewinnen.

Triumphator Tiger Woods kämpfte - und verlor irgendwann doch. Unaufhaltsam schossen ihm die Tränen in die Augen, der Golf-Superstar war überwältigt von diesem verrückten Potpourri aus Emotionen. Die jahrelange Leidenszeit, die hinter ihm lag. Die Krönung des Comebacks, die unmittelbar bevorstand. Und die Zehntausenden Fans, die seinetwegen ausflippten. "Ich kann einfach nicht glauben", sagte Woods später mit stockender Stimme, "dass ich das wirklich zustande gebracht habe".

Aber er tat es, sein 80. Sieg auf der PGA-Tour ist am Sonntag tatsächlich Realität geworden. 1876 Tage hatte er auf diesen Moment warten müssen, in dieser endlosen Zeit vier Rückenoperationen über sich ergehen und einige private Eskapaden bewältigen müssen. "Ich wusste nicht, ob das jemals wieder geschehen würde", stammelte Woods.

Auf den ersten Blick wirkte es in der Tat ein wenig ungewohnt, als der 42-Jährige in Atlanta bei der Tour Championship die früher so bekannten Abläufe abspulte. Den Ball hinlegen, das Loch anvisieren, den letzten Putt des Turniers spielen, sich feiern lassen. Letzteres tat Woods diesmal mit ausgestreckten Armen und erleichterter Miene.

"Hinter mir liegen keine ganz einfachen Jahre. Ich habe mich zurückgekämpft, hätte das allerdings ohne die Unterstützung meiner Leute nicht geschafft", sagte Woods. Und wieder schimmerten seine Augen feucht. Vor allem, als er seinen Caddie Joa LaCava erblickte.

Der hatte dem 14-maligen Major-Sieger aus Kalifornien nämlich trotz der sehr ungewissen Zukunft die Treue gehalten. Er erlebte hautnah, wie sehr Woods für sein Comeback und weitere Siege schuftete, und er lobte am Sonntag: "Die Leute haben keine Ahnung und können sich nicht vorstellen, wie hart Tiger gearbeitet hat."

Unvorstellbar war angesichts der Umstände - fast zwei Jahre hatte Woods zwischenzeitlich kein Turnier mehr bestritten - auch eine solche Krönung des Comebacks. Erst vor ein paar Monaten hatte es sich angedeutet, dass Woods wieder zu Großtaten bereit war.

Bei der British Open ließ er mit einem sechsten Rang aufhorchen, etwas später verpasste er als Zweiter der US PGA Championship seinen 15. Major-Triumph nur knapp. "Er hat so gutes Golf gespielt. Der Sieg war wirklich nicht überraschend, sondern nur eine Frage der Zeit", sagte sein Landsmann Phil Mickelson.

Dass Woods, der mittlerweile wieder die Nummer 13 der Weltrangliste ist, sich in bestechender Form befindet, wird auch Mickelson und den anderen Mitgliedern des US-Teams beim Ryder Cup in dieser Woche (28. bis 30. September) freuen. Nicht zuletzt dank Woods sind die USA der große Favorit beim prestigeträchtigen Kontinentalvergleich.

"Wir werden jede Menge Spaß haben", sagte Woods, der sich noch am Sonntag mit seinen elf Teamkollegen in Richtung Paris aufmachte. Dort will er seine schwache Ryder-Cup-Bilanz aufpolieren - und eine andere Durststrecke beenden: erstmals seit 25 Jahren mit den USA in Europa triumphieren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Woods feiert 80. Turniersieg

(old/sid)