Ryder Cup 2018: Golfstar Tiger Woods will seine Bilanz aufpolieren

Ryder Cup im Golf : Tiger Woods will seine Bilanz aufpolieren

Tiger Woods und der Ryder Cup - das ist wahrlich keine Erfolgsgeschichte. In dieser Tagen will der 42-Jährige an seiner Bilanz feilen, die Zuversicht ist nicht zuletzt wegen seines jüngsten Erfolgs riesig.

Tiger Woods scherzte und schwärmte, er lachte wie schon lange nicht mehr. Als der Golf-Superstar aus den USA aber mit seiner düsteren Ryder-Cup-Bilanz konfrontiert wurde, waren die süßen Gedanken an den jüngsten Turniersieg ganz schnell verflogen - und damit auch seine gute Laune. "Ja, das ist ganz bestimmt", sagte Woods nachdenklich, "das ist ganz bestimmt etwas, auf das ich nicht gerne schaue".

Siebenmal hat der hochdekorierte Kalifornier in seiner schillernden Karriere bereits mit dem US-Team am prestigeträchtigen Kontinentalvergleich gegen die Europäer teilgenommen. Und nur einmal ging er aus diesem Duell als Sieger heraus, 1999. "Ich hoffe natürlich, dass wir das in dieser Woche ändern können", äußerte der nun 80-malige Turniersieger.

Für die bescheidene Statistik darf freilich nicht nur Woods verantwortlich gemacht werden, von den Einzeln verlor er schließlich nur das 1997 bei seinem Debüt. In den klassischen Vierern, also den Partien mit den Partnern, in denen es auf Teamgeist und Kollegialität ankommt, musste er aber viel zu häufig dem Gegner gratulieren. Insgesamt stehen den 13 Siegen deshalb 17 Niederlagen gegenüber, zudem endeten drei Matches mit Woods-Beteiligung unentschieden.

"Wir haben das nicht gut gemacht, keine Frage", sagte der 14-malige Major-Sieger - der mit dem Woods von damals nur noch bedingt etwas gemein hat. Sportlich durchaus wieder, vor allem der furiose Triumph beim Tourfinale am Wochenende erinnerte an vergangene Tage und beendete eine fünfjährige Durststrecke ohne Erfolg. "Wenn er gesund bleibt, wird auch in Zukunft oben mitspielen und Turniere gewinnen", sagte der deutsche Golfer Martin Kaymer der Sport Bild.

Die lange, sieglose Zeit hat Woods aber vor allem als Persönlichkeit reifen lassen, aus einem gierigen Einzelgänger ist mittlerweile ein geerdeter Teamplayer geworden. Die Umstände - vier Rückenoperationen, private Eskapaden - sind freilich kein schöner Grund. Aber: der neue Woods taugt nun viel mehr für den Ryder Cup und ist der große Hoffnungsträger des Titelverteidigers.

"Dass Tiger dabei ist, gibt allen einen Boost. Ich weiß, wie wichtig dieses Ereignis für alle zwölf Jungs und für Tiger ist", sagte US-Kapitän Jim Furyk, der mit Blick auf die Bedeutung von Woods meinte: "Mit dem Status und dieser Anzahl von Siegen kann er in dieser Woche den Unterschied machen." Und alle wollen dann unmittelbar dabei sein.

Während die Teamkollegen sich bei den vergangenen Austragungen (auch wegen des Leistungsdrucks) oftmals wegduckten, als es um eine Paarung mit Woods ging, wünschen sie sich für das Duell in diesem Jahr genau das. "Es wäre gigantisch", sagte Bryson DeChambeau, und sogar Woods' einstiger Dauerrivale Phil Mickelson meinte zu einer möglichen Kombination mit ihm: "Ich würde es sehr begrüßen."

Nicht zuletzt dank Woods gehen die USA als klarer Favorit in den Kontinentalkampf. Das war allerdings schon oft so, und vor allem bei einer Austragung in Europa resultierte das selten in einem Erfolg. Der letzte Auswärtssieg liegt schon 25 Jahre zurück - auch eine Bilanz, die Woods aufpolieren will.

(SID)