Golf: Martin Kaymer war nicht glücklich, die Nummer eins zu sein

„Fühlte mich so leer“: Die Nummer eins zu sein machte Kaymer nicht glücklich

Für Deutschlands Golfstar Martin Kaymer war der Sprung an die Spitze der Weltrangliste im Februar 2011 einer der schwersten Tage in seiner Sport-Karriere.

„Ganz ehrlich: Der Tag, als ich Nummer eins der Welt geworden bin, war auch einer der bittersten Momente meiner Karriere“, sagte der 33-Jährige in einem Interview des Internetportals „Sportbuzzer“, das die Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann mit dem zweifachen Major-Sieger führte. Kaymer erzählte, dass er diesen Moment alleine in einem Café in Scottsdale erlebte. „Als ich mich dann endlich ganz oben auf der Liste sah, als ich wusste, ich bin der beste Golfspieler der Welt, da habe ich mich so leer gefühlt“.

Kaymer bereitet sich derzeit im Shinnecock Hills Golf Club auf die US Open vor, die an diesem Donnerstag beginnen. Bei dem Major-Turnier in der Nähe von New York will der Profi aus Mettmann an alte Erfolge anknüpfen. An ein Ende seiner Golf-Karriere denkt der momentane Weltranglisten-118. Kaymer noch nicht. „Ich habe jetzt die Möglichkeit, aufzuhören oder neue Wege zu gehen. Und aufhören will ich noch nicht. Zumindest möchte ich versuchen, alles zu gewinnen, was man gewinnen kann. Dafür fehlen mir noch zwei Major-Siege, und darauf lege ich den Fokus.“

Aber wenn es einmal soweit sein sollte, will sich Kaymer neuen Herausforderung stellen. „Zum Beispiel als Rennfahrer oder so. Dann würde ich da versuchen, in einer bestimmten Klasse der Beste zu werden.“

Vier Jahre nach seinem Triumph bei der US Open ist Kaymer bei der am Donnerstag beginnenden 118. Austragung nur krasser Außenseiter. Kaymer wird beim Sportwettenanbieter bwin lediglich mit der Quote 101:1 notiert.

Zum erweiterten Kreis der Sieganwärter gehört dagegen US-Superstar Tiger Woods, der im Flight mit dem Weltranglistenersten Dustin Johnson (Quote 9,00) und der Nummer zwei Justin Thomas (beide USA/15,00) auf den Kurs geht. Gewinnt Woods seinen ersten US-Open-Titel nach 2008, zahlt bwin das 21,00-Fache des Einsatzes zurück.

(dpa/SID)