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Golf: Bernhard Langer vor Superstar Tiger Woods - Johnson gewinnt

Gretzky-Schwiegersohn Johnson gewinnt : Langer bei US Masters vor Superstar Woods

Der Weltranglistenerste Dustin Johnson hat zum ersten Mal das US Masters der Golfprofis gewonnen, für Titelverteidiger Tiger Woods wurde die vierte Runde ein Desaster. Sogar Altmeister Bernhard Langer war schließlich besser.

Corona überwunden, US Masters gewonnen: Mit einer Machtdemonstration hat der Weltranglistenerste Dustin Johnson seinen Premierensieg beim legendären Major-Turnier in Augusta gefeiert und damit die Nachfolge von Superstar Tiger Woods angetreten. Der Schwiegersohn von Eishockey-Legende Wayne Gretzky nahm den Par-72-Platz an der berühmten Magnolia Lane förmlich auseinander und triumphierte mit dem Masters-Rekordergebnis von 268 Schlägen. Es war der zweite Major-Triumph für "DJ" nach dem Erfolg 2016 bei der US Open.

Der 36-Jährige Johnson, der nur gut hundert Kilometer von Augusta entfernt in Columbia/South Carolina aufgewachsen ist, war mit vier Schlägen Vorsprung auf die Schlussrunde gegangen und hielt die chancenlose Konkurrenz bei seinem 24. Erfolg auf der US-Tour auf Distanz. Mit 20 Schlägen unter Par verbesserte er die Masters-Bestmarke von Jordan Spieth (2015) und Tiger Woods (1997) um zwei Schläge. Gemeinsame Zweite mit jeweils 273 Schlägen wurden der Australier Cameron Smith und der erst 22 Jahre alte Masters-Debütanten Im Sung Jae aus Südkorea.

Der Vorjahreszweite Johnson war nach einer Coronainfektion vor knapp einer Woche wieder auf die Tour zurückgekehrt und belegte bei der Houston Open prompt Platz zwei. Bei seinen letzten sieben Turnieren wurde er jeweils dreimal Erster und Zweiter, darunter war auch der mit einem 15-Millionen-Dollar-Bonus versüßte Erfolg im FedEx Cup: Niemand spielt derzeit so konstant wie er. "Ich habe eine Menge Selbstvertrauen", hatte Johnson vor der Schlussrunde erklärt: "Ich werde noch einmal richtig gut spielen müssen, wenn ich das grüne Jackett anziehen will." Das tat er dann auch in eindrucksvoller Manier.

Für einen beachtlichen Rekord sorgte auch Altmeister Bernhard Langer bei seinem 37. Masters-Auftritt. Der zweimalige Turniersieger (1985 und 1993) belegte mit 285 Schlägen den 29. Platz. Am Freitag hatte der Anhausener im Alter von 63 Jahren, zwei Monaten und 17 Tagen als ältester Spieler in Augusta den Cut schafft. Er löste damit Tommy Aaron ab, der im Jahr 2000 63 Jahre, einen Monat und 16 Tage alt war.

Langer war damit besser als zwei US-Topstars, die um den Sieg mitspielen wollten. Doch Vorjahressieger Tiger Woods schwächelte. Negativer Höhepunkt waren am Sonntag die zehn Schläge an Loch 12, einem Par 3. Es war der höchste Score in seiner 1996 begonnenen Profikarriere. Trotz fünf Birdies auf den folgenden sechs Löchern reichte es für den 15-maligen Major-Champion mit 287 Schlägen nur zu Rang 38.

Auch der offenbar gesundheitlich angeschlagene Mitfavorit und US-Open-Champion Bryson DeChambeau spielte nicht die vom ihm erwartete Rolle, war am Ende als 34. einen Schlag schlechter (286) als Flightpartner Langer. Unbeeindruckt vom Trubel um die Favoriten zeigte dieser, dass er dank seiner riesigen Erfahrung noch in der Weltspitze mithalten kann.

Im kommenden Jahr will er erneut seine Spuren in Augusta hinterlassen - trotz unzähliger Erfolge in über vier Jahrzehnten ist sein letzter Abschlag noch nicht in Sicht. "Ich werde sicher noch einige Jahre spielen", sagte er: "Ganz ohne Golf wird es hoffentlich nie sein." Dank seiner Siege 1985 und 1993 hat er in Augusta eine lebenslange Spielberechtigung.

(eh/dpa)