British Open 2018: Martin Kaymer nach glanzlosem Auftakt hin und hergerissen

British Open: Kaymer nach glanzlosem Auftakt hin und hergerissen

Martin Kaymer ist mit einer Par-Runde in die 147. British Open gestartet. In Carnoustie war er damit durchaus zufrieden - irgendwie aber auch nicht. Schlechter lief es für Bernhard Langer.

Martin Kaymer trauerte der verpassten Chance dann doch ein wenig nach. Seine Par-Runde zum Auftakt der 147. British Open bezeichnete Deutschlands bester Golfprofi zwar als "absolut in Ordnung" - insgeheim hoffte er aber auf viel mehr. "Ich denke", sagte Kaymer am Donnerstag, "dass bei diesen Bedingungen eine sehr tiefe Runde möglich gewesen wäre".

Bis kurz vor Schluss befand sich der ehemalige Weltranglistenerste auf direktem Wege zu einer solchen, er belegte eine Zeit lang sogar den dritten Rang. Auf den letzten drei Löchern unterliefen Kaymer allerdings noch zwei Bogeys. 71 Schläge und Platz 32 standen am Ende zu Buche.

Das Rundenende hatte Altmeister Bernhard Langer im Vorfeld warnend als "das wohl schwierigste Finish der Welt" bezeichnet, fiel ihm aber dann selbst zum Opfer. Bis Loch 15 lag der zweimalige US-Masterssieger noch auf Par, aber Bogeys an der 16 und 17 und 73 Schläge in der Endabrechnung warfen den Anhausener auf den 72. Rang zurück.

Die alleinige Führung übernahm der Amerikaner Kevin Kisner, der mit 66 Schlägen knapp vor seinem Landsmann Tony Finau und den Südafrikanern Erik van Rooyen und Tony Finau (alle 67) liegt. Superstar Tiger Woods musste sich nach einem guten Start wie Kaymer mit einer 71 begnügen.

"Ich habe eigentlich gut gespielt und die Abschläge toll getroffen", sagte Kaymer, der das älteste noch ausgespielte Turnier der Welt um 6.35 Uhr Ortszeit eröffnen durfte. Aus seinen mitunter hervorragenden Lagen machte er aber zu wenig, er bezeichnete den Tag bei Sky als "mentalen Kampf, weil die Birdies ja vor einem auf dem Präsentierteller lagen".

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Insgesamt notierte der 33-Jährige, der im Juni 2014 seinen bislang letzten Tour-Erfolg gefeiert hatte, jedoch nur vier Schlaggewinne. Denen standen ebenso viele Schlagverluste gegenüber - es war also eine ziemliche Berg- und Talfahrt, die Kaymer aber schon erwartet hatte.

"Kaum ein Kurs ist schwerer zu spielen. Kaum ein Kurs erzählt aufregendere Geschichten", hatte er ehrfürchtig über den anspruchsvollen Kurs gesagt. Der gehört aufgrund seiner Beschaffenheiten und den Bedingungen an der schottischen Ostküste zu den schwersten des Planeten.

Da Kaymer aufgrund seiner frühen Startzeit den rauen Winden entging, waren einzig und allein die ungewöhnlich trockenen Platzverhältnisse das Problem. "Das war alles unvorhersehbar und sehr schwer zu beurteilen, wo der Ball landen wird", sagte Kaymer. Die Chancen auf ein besseres Ergebnis boten sich dennoch, "ich habe sie nur nicht genutzt", sagte er.

Dabei begann der Tag vielversprechend, bereits auf der zweiten Bahn gelang dem Rheinländer sein erstes Birdie. Bis zum Ende wechselten sich Birdies und Bogeys allerdings ab, wie so oft in den zurückliegenden Monaten fehlte Kaymer die Konstanz für eine überragende Runde.

(old/sid)