147. British Open: Bernhard Langer lässt die Jugend alt aussehen

147. British Open: Molinari triumphiert - Langer begeistert

Golf-Idol Bernhard Langer hat die 147. British Open auf dem 24. Platz beendet. Mit 60 Jahren spielt der Schwabe noch immer auf höchstem Niveau - den Titel holte sich in diesem Jahr aber Francesco Molinari als erster Italiener.

Bernhard Langer hatte die 147. British Open längst beendet, als Francesco Molinari den Olymp des Golfsports eroberte. Beim ältesten und wichtigsten Turnier der Welt düpierte der 35-Jährige die Elite und feierte damit als erster Italiener einen Major-Triumph - wenig später hielt er die begehrte Silbertrophäe "Claret Jug" in seinen Händen und gab ihm einen Kuss.

"Es ist unglaublich, hier mit der Claret Jug zu stehen", sagte Molinari. Seine Bilanz bei der British Open sei bislang "schrecklich" gewesen, "deshalb war ich diese Woche nicht allzu optimistisch. Ich bin sehr stolz."

Molinari darf nun die Bezeichnung "Champion Golfer of the Year" führen, sein Konto ist um umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro schwerer. Auf dem superschweren Par-71-Kurs im schottischen Carnoustie spielte der Weltranglisten-15. am Sonntag eine 69er-Runde, er setzte sich mit insgesamt 276 Schlägen vor einem Quartett durch. Justin Rose (England), Rory McIlroy (Nordirland), Kevin Kisner und Xander Schauffele (beide USA) benötigten 278 Schläge.

Der Italiener Molinari ist dem zweimaligen Major-Champion Langer damit einen Prestige-Erfolg voraus. Der Anhausener, der im August seinen 61. Geburtstag feiert und mit seinen beiden Triumphen beim US Masters (1985 und 1993) einst in Deutschland einen Golf-Boom ausgelöst hatte, musste sich nach vier Runden und 283 Schlägen mit dem 24. Platz zufrieden geben.

"Ich bin stolz auf meine beiden Masters-Triumphe und die vielen anderen Siege", sagte Langer, der sich das Ticket für das Turnier durch einen Erfolg bei der Senior British Open im Vorjahr ergattert hatte. Bei der "normalen" Austragung sei er mehrmals "nah dran" gewesen am Sieg - gereicht hat es aber nie. "Es ist einer der Erfolge, die ich wollte und nicht bekommen habe. Was soll man machen?" Zumindest schämen muss er sich nicht.

Seine Leistungen in dieser Woche verblüfften nämlich einmal mehr, trotz des hohen Alters kann Langer dank seiner hohen Spielintelligenz noch immer mit der jüngeren Konkurrenz mithalten. Und außerdem lesen sich die Zahlen seiner British-Open-Vergangenheit auch ohne die ersehnte Endplatzierung an der Spitze des Leaderboards brillant.

Insgesamt siebenmal landete der Maurersohn aus Schwaben unter unter den Top 5, zweimal wurde er Zweiter (1981 und 1984). Bei seinem zuvor einzigen British-Open-Start in Carnoustie war er 1999 auf dem 18. Platz gelandet.

Eine solche Platzierung hätte bestimmt auch Martin Kaymer gerne genommen. Der 33-Jährige ist vom Ranking her zwar immer noch die deutsche Nummer eins, der Bezeichnung Topgolfer wird Kaymer aber schon seit langem nicht mehr gerecht. "Ich fühle mich gut, ich kann auch alle Schläge, aber die Konzentration ist dann zwischendurch weg und der Körper ist müde", klagte Kaymer nach seinem enttäuschenden K.o. nach nur zwei Runden.

Um aber wieder vorne mitspielen zu können, sollte er sich besser ein paar Dinge von Langer abschauen. Oder von Molinari. Oder am besten von beiden.

(ako/dpa)
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