Gensheimer sichert Zittersieg

Gensheimer sichert Zittersieg

Durch den 24:23-Erfolg gegen Mazedonien hat die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger das vorzeitige EM-Aus verhindert. Lars Kaufmann (sechs Tore) ist der erfolgreichste Werfer.

NIS (sid) Die Spieler tanzten ausgelassen im Kreis, der sichtlich mitgenommene Bundestrainer Martin Heuberger sank erleichtert in die Knie, Manager Heiner Brand spendete mit einem Lächeln im Gesicht Beifall – die deutschen Handballprofis haben im Hexenkessel von Nis die Nerven bewahrt und das vorzeitige EM- und Olympia-Aus durch einen 24:23 (12:12)-Zittersieg gegen Außenseiter Mazedonien verhindert. Zum Einzug in die Hauptrunde genügt morgen (18.15 Uhr/ARD) gegen Schweden, das nach dem 33:29 gegen Tschechien bereits in der Hauptrunde steht, ein Punktgewinn – nach dem bisher Gebotenen schwer genug.

"Jetzt ist der Knoten geplatzt. Wenn wir weiter so Gas geben, weden wir bei diesem Turnier noch viel Spaß haben", sagte Abwehrchef Oliver Roggisch. Toptorjäger Lars Kaufmann (sechs Treffer) ergänzte: "Wir wollten ein Ausrufezeichen setzen. Das ist uns gelungen." Umjubelter Siegtorschütze gegen die international zweitklassigen Mazedonier war Linksaußen Uwe Gensheimer mit seinem Treffer eine Minute vor dem Ende. Zehn Sekunden vor dem Schlusspfiff hatte das deutsche Team aber Glück, als Topstar Kiril Lazarov (sieben Tore) nur die Latte traf.

"Die Situation war nicht einfach. Wir haben gekämpft und gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind. Daher kann ich ihr nur ein Kompliment machen", sagte Heuberger nach den spannenden, aber keinesfalls hochklassigen 60 Minuten. Allerdings fügte er hinzu: "Für mich ist die Welt noch lange nicht in Ordnung. Da habe ich noch zu wenig Vertrauen in die Mannschaft."

Die fast ausschließlich mazedonischen Fans in der Arena (4800 Fans) machten sich mit Sprechchören "Deutschland, Deutschland – Auf Wiedersehen" warm. Doch die DHB-Auswahl ließ von der der hitzigen Atmosphäre zunächst nicht beeindrucken und führte 3:0 (4.). Aber der Vorsprung gab nicht die notwendige Sicherheit, es schlichen sich immer wieder Fehler ein. So lag Mazedonien in der 16. Minute erstmals vorne (7:6).

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit machten sich dann aber die beiden Umstellungen im Gegensatz zur Auftaktniederlage gegen Tschechien (24:27) bezahlt. Der Flensburger Kaufmann übernahm die Position von Kapitän Pascal Hens (Hamburg) im linken Rückraum, der Lemgoer Carsten Lichtlein rückte für den Berliner Silvio Heinevetter ins Tor. Kaufmann hielt sein Team mit vier Toren bis zur Pause im Spiel, Lichtlein bügelte einige Fehler der Abwehr aus, die es nicht schaffte, die Anspiele von Lazarov an den Kreis zu verhindern.

Auch nach dem Wechsel entwickelte sich ein Kampfspiel, angeheizt von den hitzigen Zuschauern. Immer wieder mussten die isländischen Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, da Feuerzeuge und Münzen vom mazedonischen Anhang aufs Feld flogen.

In der spannenden Schlussphase musste das deutsche Team ohne Abwehrchef Roggisch auskommen, der in der 50. Minute nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah. Doch Torhüter Heinevetter, der in der 54. Minute eingewechselt wurde, den Strafwurf von Lazarov hielt, damit das 21:22 verhinderte und in der Partie blieb, rettete mit einigen Paraden den knappen Sieg. "Wenn wir gewinnen, setze ich mich jedes Spiel auf die Bank", sagte Kapitän Hens, der nicht spielte.

(SID)
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