1. Sport
  2. Fußball
  3. 2. Bundesliga

Neuer Präsident oder völliges Chaos: Tage der Wahrheit bei 1860 München

Neuer Präsident oder völliges Chaos : Tage der Wahrheit bei 1860 München

Gerhard Mayrhofer soll am Sonntag beim Fußball-Zweitligisten 1860 München zum neuen Präsidenten gewählt werden. Sollte der Kandidat scheitern, wäre das Chaos bei den Löwen perfekt.

Ein neuer Präsident oder das völlige Chaos: Fußball-Zweitligist 1860 München steht bei der Mitgliederversammlung am Sonntag vor einer richtungweisenden Wahl. Sollte Kandidat Gerhard Mayrhofer wie zuletzt schon Hep Monatzeder scheitern, wären die Konsequenzen bei den Löwen nicht absehbar.

Otto Steiner, der am Donnerstag den Vorsitz des Verwaltungsbeirats abgab, hatte bereits im Vorfeld der brisanten Veranstaltung in der Zenith-Halle (10.30 Uhr) an die Mitglieder appelliert, dem 50 Jahre alten Unternehmer Mayrhofer "eine ehrliche und faire Chance" zu geben. Für Peter Helfer, der künftig einer von drei Vize-Präsidenten neben Erik Altmann und Heinz Schmidt sein soll, gibt es keine Alternative zu einem positiven Votum: "Das muss den Mitgliedern bewusst sein, ansonsten ist das Chaos perfekt", sagte er unlängst dem Münchner Merkur.

Unsicherheit herrscht

Doch sicher ist sich derzeit bei den Sechzigern keiner, in welche Richtung das Pendel am Sonntag ausschlägt. Auch der Rückzug von Steiner wird nur als taktische Variante gewertet, zumal er Mitglied im Verwaltungsrat bleiben will. Von einem "echten Neuanfang", wie Steiner das gerne sehen würde, sind die seit Monaten zerstrittenen Löwen deshalb weit entfernt.

"Es ist geschickt gemacht, um gute Stimmung zu machen und die Emotionen herauszunehmen", sagte Ex-Präsident Dieter Schneider der AZ. Schneider, der im März zurückgetreten war, deutete zuletzt schon eine Rückkehr zu 1860 an - aber nur bei einem Rücktritt des gesamten Verwaltungsrats.

Im Hintergrund schwelt bei 1860 zudem weiterhin die Auseinandersetzung mit Investor Hasan Ismaik, der gegen Geschäftsführer Robert Schäfer sogar eine Klage eingereicht hat. Mayrhofer hält sich aus dem schon lange andauernden Kleinkrieg (noch) raus. Er werde erst nach seiner Wahl Kontakt mit Ismaik aufnehmen: "Meine Beziehung zu ihm ist völlig unbelastet. Ein Neustart ist möglich."

Man sei für das Geld, das Ismaik dem Verein gegeben habe, "sehr dankbar, aber die Situation hat sich geändert". Mayrhofer, der auf seiner Agenda ein neues Stadion, aber auch die Rückkehr in die Bundesliga hat, spielt darauf an, dass 1860 zuletzt auch ohne die Hilfe des arabischen Unternehmers eine Etat-Lücke von rund zwei Millionen Euro schließen und so die Lizenz für diese Saison sichern konnte.

  • Nach jordanischem Zirkus : Frust bei 1860 München: "Das belastet uns"
  • Zukunft weiter offen : 1860 weiter im Chaos — Monatzeder abgelehnt
  • 2. Bundesliga 13/14: der Spielplan

Zudem wollten die Münchner am Freitag einen neuen Trikotsponsor präsentieren. Dem Vernehmen nach wird der Großkonzern VW rund zwei Millionen Euro pro Jahr überweisen. Auch davon erhoffen sich die Sechziger nach außen hin positive Signale. Den Deal fädelte Siegfried Schneider, Mitglied des 1860-Verwaltungsrats, ein. Er soll künftig auch den Vorsitz des Gremiums von Steiner übernehmen.

Mayrhofer, aber kein Plan B

Für den Fall, dass Mayrhofer von den Mitgliedern abgelehnt wird, weiß derzeit jedoch niemand, wie es weitergeht. Schneider, aber auch Erich Meidert, dem eine große Nähe zu Ismaik nachgesagt wird, haben sich schon einmal in Stellung gebracht. Monatzeder spielt keine Rolle mehr. Der Grünen-Politiker war bei der Delegiertenversammlung der Löwen am 25. April klar durchgefallen. Gleiches soll sich bei Mayrhofer nicht wiederholen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist 1860-Investor Hasan Ismaik

(sid)