Relegation 2018: Erzgebirge Aue gelingt der Klassenerhalt gegen Karlsruher SC

Zweitliga-Relegation: 3:1 gegen Karlsruhe - Bertram schießt Aue zum Klassenerhalt

Erzgebirge Aue darf doch noch den Klassenverbleib in der 2. Bundesliga bejubeln. Dank Dreierpack-Held Sören Bertram gewannen die Sachsen das Relegations-Rückspiel gegen den Drittligisten Karlsruher SC mit 3:1 (1:1).

Nach dem Torklau-Theater von Darmstadt zum Ende der regulären Saison und dem 0:0 im Hinspiel verhinderten die Auer den dritten Zweitliga-Abstieg nach 2008 und 2015.

Bertram (25./53./75.) besiegelt mit seinen Treffern den Klassenerhalt des Teams von Trainer Hannes Drews, Fabian Schleusener (44.) hatte zwischenzeitlich für den KSC ausgeglichen. Karlsruhe verpasste damit den direkten Wiederaufstieg, nachdem sich der frühere Bundesligist in der Vorsaison schmachvoll aus der 2. Liga verabschiedet hatte.

"Wir haben uns von vornherein gesagt, dass wir heute mindestens zwei Tore machen müssen. Ich freue mich natürlich, dass ich mit meinen Treffern einen Beitrag leisten konnten", sagte Matchwinner Bertram im ZDF. Drews lobte: "Wir waren heute viel, viel mutiger als in Karlsruhe. Da steckte das Darmstadt-Spiel noch etwas in den Köpfen. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Das tut gut, aber die Kräfte sind jetzt auch wirklich am Ende."

Durch die Rettung im Nachsitzen dürfte auch der Ärger, der sich in den vergangenen Tagen in Aue angestaut hatte, langsam verfliegen. Grund für den Unmut waren die Vorfälle während der Begegnung bei Darmstadt 98 (0:1) am letzten Zweitliga-Spieltag. Schiedsrichter Sören Storks (Velven) hatte einen regulären Treffer der Gäste nicht anerkannt und verweigerte Aue zudem zwei Strafstöße. Bei einem Unentschieden hätte Aue den Klassenerhalt vorzeitig sicher gehabt.

Daraufhin legten die Auer Protest gegen die Spielwertung ein. Erst am Donnerstag wies das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auch den zweiten Einspruch der Sachsen zurück. Mit dem Protest hatte Aue versucht, den Gang in die Relegation zu vermeiden. Gegen die Entscheidung war eine Berufung möglich, Aues Klubchef Helge Leonhardt hatte mitgeteilt, erst nach der Relegation darüber entscheiden zu wollen.

Trainer Drews hatte sich nach dem kargen Hinspiel ein bisschen mehr Offensive gewünscht - und er wurde erhört. Von Beginn an machte Aue das Spiel. Aggressiv drückten die Gastgeber den Gegner in dessen Hälfte und erspielten erste gefährliche Möglichkeiten. Erst zirkelte Bertram (9.) einen Freistoß aus rund 20 Metern nur knapp über das Tor, kurz darauf zielte Mario Kvesic (13.) nur knapp vorbei.

Karlsruhe überließ Aue in dieser Phase nicht nur nahezu komplett das Feld, die Badener wurden selbst nach Kontern fast nie wirklich gefährlich. Erst nach dem Rückstand gab der KSC etwas seine abwartende Haltung auf, auch wenn spielerisch nicht viel gelang. Logisch auch, dass der Ausgleich von Schleusener nach einem Eckball fiel.

Auch zu Anfang des zweiten Durchgangs war Aue die aktivere Mannschaft, die Stimmung übertrug sich von den Rängen auf die Spieler, sodass die erneute Führung durch Bertram abzusehen war. Karlsruhe kam danach schnell besser ins Spiel und hatte durch einen Kopfball von Marvin Pourie (55.) die gute Chance zum erneuten Ausgleich. Auch Anton Fink (69.) prüfte Aues Torhüter Martin Männel aus kürzester Distanz. Lange blieben die Gäste brandgefährlich. Bis Bertram erneut zuschlug.

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