Dynamo Dresden - SV Wehen Wiesbaden: Entscheidung des Videoassistenten sorgt für Fassungslosigkeit

„Größte Ungerechtigkeit seit Jahren“ : Fassungslosigkeit nach kurioser Entscheidung des Videoassistenten

Der Videoassistent im Fußball sorgt im Wochenrhythmus für neue Diskussionen. Eine Entscheidung wie am Freitagabend in der 2. Bundesliga haben aber selbst Experten selten gesehen.

Die Konstellation hätte nicht brisanter sein können: Bei der Begegnung des Zweitliga-Schlusslichts Dynamo Dresden mit dem Vorletzten SV Wehen Wiesbaden sprach nach 26 Minuten aber niemand mehr über die Tabelle.

Das war passiert: Die Gäste aus Wiesbaden gingen zunächst nach einem blitzsauberen Konter durch ein Tor von Manuel Schäffler in Führung. Die Freude währte jedoch allzu kurz. Auf Geheiß des Videoassistenten pfiff Schiedsrichter Martin Petersen den Treffer zurück. Als der Unparteiische sich den Ball schnappte, an die Seitenlinie joggte und Wehens Trainer Rüdiger Rehm den Grund seiner Entscheidung erklärte, schlug der fassungslos die Hände über dem Kopf zusammen. Beim vorangegangenen Angriff hatte ein Spieler von Dynamo Dresden den Ball allem Anschein nach erst hinter der Torauslinie zurück ins Feld gespielt, was der Referee zunächst nicht erkannte und erst vom VAR darauf aufmerksam gemacht wurde. Ihren anschließenden Konter spielten die Gäste indes völlig regelkonform aus. Wehen Wiesbaden wurde also für einen Dresdner Fehler bestraft - eine Vorteilsregel greift an dieser Stelle nicht.

Ob der Ball tatsächlich in vollem Umfang die Torauslinie überschritten hatte, lässt sich zudem höchstens mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen: Die Hawkeye-Technologie überwacht lediglich den Torraum, das Hilfsmittel steht nicht auf der gesamten Torauslinie zur Verfügung.

Die ersten Reaktionen im Netz fielen entsprechen scharf aus. Von der „größten Ungerechtigkeit seit Jahren“, einem „neuen Tiefpunkt“ oder sogar dem „endgültigen Ende des VAR“ war auf Twitter die Rede. Schiedsrichter Petersen hat allerdings völlig korrekt nach gültigem Regelwerk entschieden.

Damit noch nicht genug des Ärgers für Wehen Wiesbaden: Noch vor der Pause ging zunächst Dynamo Dresden in Führung, wenig später explodierte in der Nähe von Gästetorwart Lukas Watkowiak ein aus dem Zuschauerraum geworfener Böller. Der Keeper klagte offenkundig über Hörprobleme, konnte aber weiterspielen.

Am Ende half aber auch das wenig - Alexander Jeremejeffs Tor für Dynamo blieb das einzige des Abends - Wehen musste als Verlierer und Tabellenletzter die Heimreise antreten.

Wehens Trainer Rehm hatte sich auch nach Abpfiff noch nicht beruhigt. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Die Szene hatte gar nichts mehr mit dem Tor zu tun. Wir sind entscheidend benachteiligt worden. Dadurch ist das ganze Spiel kaputt gegangen. Das ist bitter für uns und den ganzen Fußball. Wir brauchen doch gar keinen Schiedsrichter mehr zum Spiel mitnehmen, wenn alles in Köln entschieden wird“, sagte er im Sky-Interview. Dynamo-Trainer Christian Fiel räumte ein: „Wir müssen dankbar sein, dass der Schiedsrichter so entschieden hat.“

Mehr von RP ONLINE