2. Bundesliga: Derby in Köln - Duell der Torjäger

2. Bundesliga : Derby in Köln - Duell der Torjäger

Mönchengladbach (RPO). Milivoje Novakovic hat in dieser Saison schon 18, der Mönchengladbacher Rob Friend 15 Treffer erzielt. Mit einem Vorsprung von fünf Punkten auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz geht Borussia heute (20.15 Uhr/ LIVE!-Ticker) in das Schlagerspiel der 2. Bundesliga.

Mönchengladbach (RPO). Milivoje Novakovic hat in dieser Saison schon 18, der Mönchengladbacher Rob Friend 15 Treffer erzielt. Mit einem Vorsprung von fünf Punkten auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz geht Borussia heute (20.15 Uhr/LIVE!-Ticker) in das Schlagerspiel der 2. Bundesliga.

Christian Ziege hat die Unberechenbarkeit des Fußballs oft erlebt in seiner ereignisreichen Karriere. Eine Erfahrung jedoch, die er gemacht hat als Angestellter des großen AC Mailand, hat ihn gelehrt, sich nicht zu hastiger Euphorie hinreißen zu lassen. "Wir hatten sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer Lazio Rom, es waren noch fünf Spiele - und wir am Ende Meister", erinnert sich der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach.

Der Meister längst vergangener Zeiten ist aktuell Anführer der Zweitliga-Tabelle. Vor dem heutigen Derby beim 1. FC Köln beträgt der Vorsprung auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz satte fünf Punkte. Üppig, da nur noch acht Spiele inklusive des heutigen ausstehen.

Noch keine Planungssicherheit

"Planungssicherheit sieht anders aus", sagt jedoch Ziege, "die haben wir erst, wenn wir faktisch durch sind." 1999, bei Milans Meister-Coup, stand er auf der richtigen Seite, auf der des Gewinners. Nun könnte Borussia Lazio werden. Wenn sie, wie die Römer, plötzlich die Kontrolle verliert und den heißen Atem der Konkurrenz zu spüren bekommt.

Einer der Mitbewerber um die Aufstiegsränge ist der ewige rheinische Rivale 1. FC Köln, der heutige Gegner. Kein Spiel wie jedes andere natürlich. "Ein Sieg zählt mehr als drei Punkte", sagt Alexander Voigt. Es geht ums Prestige, um Eitelkeiten, um nichts weniger als die gefühlte Macht am Rhein. Voigt kennt die Derbys bislang fast ausschließlich nur aus der Kölner Perspektive. Seine Profikarriere begann 1998 beim FC, heute verteidigt der 29-Jährige in Mönchengladbach. Dreimal ist Voigt mit Köln aufgestiegen, nun will er es mit Gladbach schaffen.

"Die Kölner müssen gewinnen, uns reicht schon ein Punkt. Das ist unser Vorteil", sagt Borussias Abwehrchef Roel Brouwers. Es ist ein "Bundesligaspiel in der falschen Liga", meint der Fanbeauftragte Thomas Weinmann. Da finden sich schnell Superlative.

Die beiden besten Torjäger des Unterhauses begegnen sich: Kölns Milivoje Novakovic traf 18-mal, Borussias Rob Friend schoss 15 Tore. Borussia ist die beste Auswärtsmannschaft (23 Punkte, schon sechs Siege) und hat auswärts (27, sechs mehr als daheim) die meisten Tore geschossen. Köln ist nach Freiburg und Gladbach immerhin das drittbeste Heimteam.

Köln Spitzenreiter - bei den Zuschauern

In der Zuschauertabelle führt der FC mit durchschnittlich 42.585 zahlenden Besuchern vor Borussia (38.806). "Beide Klubs sind Traditionsvereine mit tollen Fans, beide haben eine starke Mannschaft”, sagt Gladbachs Trainer Jos Luhukay, der 2002 bis 2005 Co-Trainer in Köln war und zweimal mit dem FC aufgestiegen ist.

Ein Ziel, das die Borussen in dieser Saison mit Nachdruck verfolgen, wenn möglich mit der Beigabe Meisterschaft: "Wir wollen nicht nur aufsteigen, sondern auch Platz eins behalten. Darum müssen wir so schnell wie möglich die nötigen Punkte holen", sagt Vize-Kapitän Sascha Rösler. Ein Sieg in Köln jedenfalls würde Gladbach der Bundesliga ein wesentliches Stück näher bringen.

"Es geht in die richtige Richtung, aber es ist noch ein hartes Stück Arbeit", sagt Ziege. Nebenbei plant er durchaus schon für die neue Saison, wenn auch jenseits der Öffentlichkeit. "Es gibt Spieler, mit denen wir in Kontakt stehen, die wir gerne holen wollen. Und Alternativen", sagt er.

Vier bis fünf Neue sollen kommen. Zur Feinjustierung, denn "grundsätzlich gehen wir davon aus, dass unser derzeitiges Team in der Bundesliga mithalten kann", sagt Ziege. Der vom Software-Milliardär Dietmar Hopp geförderte Aufsteiger Hoffenheim, derzeit Tabellenzweiter, dürfte ein Mitbieter auf dem Markt sein. "Die haben sicher eine Schippe mehr Geld. Aber wir setzen Tradition dagegen", sagt Ziege. Die lebt gerade heute, im Derby beim 1. FC Köln, richtig auf.

(RP)