2. Bundesliga: Der Hamburger SV hat im Aufstiegsrennen den größten Druck

Aufstiegsrennen in Liga zwei : Alles oder nichts für den HSV

Im direkten Vergleich und einem Fernduell kämpfen der SC Paderborn, Union Berlin und der Hamburger SV um den direkten Aufstiegsplatz hinter Zweitliga-Meister 1. FC Köln. Für Hamburg ist der Druck am größten.

Das Überraschungsteam SC Paderborn, Union Berlin oder doch noch der einstige Bundesliga-Dino Hamburger SV? Am Sonntag geht der Kampf um den zweiten direkten Aufstiegsplatz in die vorletzte Runde. Rang eins ist bereits fest an den 1. FC Köln vergeben, der somit nach zwölf Monaten Zweitklassigkeit wieder ins Oberhaus zurückkehrt.

Dies war und ist auch das Ziel des Hamburger SV, doch wenn es ganz schlecht für die Hanseaten läuft, könnten schon vor dem letzten Spieltag alle Aufstiegshoffnungen platzen. Verlieren die Norddeutschen das direkte Duell in Paderborn und gewinnt Union zeitgleich sein Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg, müsste der HSV am letzten Spieltag drei Punkte und mindestens 17 Tore aufholen, um wenigstens Relegationsrang drei zu belegen. Utopisch!

Doch so weit wollen es die Norddeutschen in Ostwestfalen auf keinen Fall kommen lassen. "Wir haben ein Endspiel, aber wir haben Paderborn in dieser Saison auch schon zweimal geschlagen", sagt Sportchef Ralf Becker hoffnungsvoll. Diesmal aber wird Orel Mangala fehlen. Einer der zuletzt sehr wenigen Leistungsträger bei den Rothosen zog sich im Training einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und fällt definitiv aus.

Was auch HSV-Coach Hannes Wolf nicht kalt lässt. "Da muss man als Trainer schon kurz schlucken. Orels Ausfall ist eine enorme Schwächung." Eventuell stünde die Leihgabe des VfB Stuttgart für die Relegationsspiele wieder zur Verfügung, sofern die Saison für den HSV bis dahin nicht schon beendet ist.

Um das zu verhindern, müssen die Hamburger die beiden restlichen Begegnungen gewinnen. Wolf ist bemüht, für sich und seine Schützlinge Kraft aus dieser neuen Verfolgerrolle zu ziehen. "Wir sind jetzt die Jäger und haben nichts mehr zu verlieren, können aber noch viel gewinnen", sagte der 38-Jährige.

Aufsteiger Paderborn hätte mit einem "Dreier" gegen den HSV zumindest die Relegation sicher. Glaubt man Trainer Steffen Baumgart, ist schon das eine großartige Leistung: "Wir wollen aufsteigen. Du kannst zwei Tage vor Ende als Zweiter nicht rumeiern. Aber wir können gar nichts verlieren und haben bereits jetzt eine außergewöhnlich gute Saison gespielt."

Gleiches darf man von Union Berlin behaupten. Auch den Eisernen wäre mit drei Punkten gegen den Tabellenvorletzten Magdeburg - bei gleichzeitiger HSV-Niederlage - Rang drei praktisch nicht mehr zu nehmen. Es wäre auch die beste Zweitliga-Platzierung seit der Wiedervereinigung.

Und so lockt der erste Bundesliga-Aufstieg von Spieltag zu Spieltag mehr. "Meine Spieler wollen jetzt diesen letzten Schritt ermöglichen", sagte Union-Coach Urs Fischer. Der Schweizer hatte schon schnell die enttäuschende 1:2-Niederlage bei Darmstadt 98 am vergangenen Wochenende abgehakt: "Wir haben nach wie vor eine gute Ausgangslage, und die versuchen wir zu nutzen."

Zusätzliche Unterstützung kam von den Union-Fans, die beim Training ein Banner mit der Aufschrift "Kopf aus, Herz an - alles kann, nichts muss" aufhängten. "Das war eine gute Message. Der Kern der Aussage war, mutig zu sein", sagte der Eidgenosse zu der Aktion.

(sef/sid)
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