23 Treffer in drei Zweitliga-Spielen Torfestival in Heidenheim - Pauli holt Punkt in verrücktem Krisen-Duel

Hamburg · Offensivfestival in der 2. Bundesliga: In drei Spielen fallen am Samstag 23 Tore. Der HSV erzielt vier Treffer und bleibt Tabellenzweiter. Verfolger Heidenheim jubelt erst ganz spät.

Heidenheim und Regensburg lieferten sich ein neun-Tore-Spektakel.

Heidenheim und Regensburg lieferten sich ein neun-Tore-Spektakel.

Foto: dpa/Daniel Löb

Hamburger SV - SV Sandhausen 4:2 (1:0)

Der Hamburger SV bleibt Herbstmeister Darmstadt 98 im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga auf den Fersen. Die Hanseaten gewannen am 17. Spieltag gegen den SV Sandhausen mit 4:2 (1:0) und überwintern auf Platz zwei, vorerst sind die Lilien nur einen Punkt entfernt. Der Spitzenreiter spielt am Sonntag gegen die SpVgg Greuther Fürth.

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Torjäger Robert Glatzel (27./80.) mit seinen Saisontoren zehn und elf und Ludovit Reis (56.) trafen für den defensiv anfälligen HSV, Alexander Schirow (74.) unterlief ein Eigentor. Cebio Soukou (50.) und Christian Kinsombi (68.) erzielten die Tore für die Sandhäuser (16 Punkte), die im Tabellenkeller festsitzen.

Drei Tage nach der 0:1-Niederlage in Fürth begannen die Gastgeber vor 55.246 Zuschauern druckvoll. Nach langem Ball von Miro Muheim verwertete Glatzel die Hereingabe von Jean-Luc Dompe zur verdienten Führung.

Zur Pause mussten sich die Hamburger allerdings die schlechte Chancenverwertung ankreiden lassen. Nach Wiederanpfiff ging es turbulent los, im achten Spiel in Folge blieb der HSV nach teils haarsträubenden Fehlern nicht ohne Gegentor. Erst Glatzel sorgte für eine beruhigende Führung der Hamburger und setzte sich an die Spitze der Torjägerliste.

1. FC Heidenheim - Jahn Regensburg 5:4 (3:2)

Der 1. FC Heidenheim hat seine Aufstiegsambitionen im letzten Hinrundenspiel mit einem glücklichen Sieg nach einer wilden Schlussphase untermauert. Das Team von Trainer Frank Schmidt gewann in einem höchst unterhaltsamen Spiel gegen Jahn Regensburg 5:4 (3:2) und geht als Tabellendritter in die lange WM- und Winterpause.

Stefan Schimmer (90.+4) setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt, zwei Minuten zuvor hatte Regensburgs Aygün Yildirim (90.+2) das 4:4 erzielt. Zuvor hatten Tim Kleindienst (21./39.), Adrian Beck (36.) und Denis Thomalla (76.) für Heidenheim sowie Prince Osei Owusu (14.), Charalambos Makridis (45.+1) und Nicklas Shipnoski (55.) für den Jahn getroffen.

Regensburg hatte vor 9695 Zuschauern noch weitere große Chancen: Doch Blendi Idrizi (60.) traf nur den Pfosten. Makridis schoss aus sechs Metern am leeren Tor vorbei.

Weiter geht es für beide Mannschaften in der 2. Liga erst in elf Wochen. Heidenheim empfängt am 28. Januar Hansa Rostock, Regensburg steigt bei Spitzenreiter Darmstadt 98 in die Rückrunde ein.

Karlsruher SC - FC St. Pauli 4:4 (3:3)

Der FC St. Pauli hat in einem völlig verrückten Krisen-Duell in der 2. Bundesliga einen wichtigen Befreiungsschlag verpasst, mit großer Moral aber einen Punkt gerettet. Die Mannschaft von Trainer Timo Schultz trennte sich beim Karlsruher SC 4:4 (3:3). Die Hamburger warten dennoch seit fünf Spielen auf einen Sieg und können theoretisch am Sonntag noch auf einen direkten Abstiegsplatz fallen.

Doppelpacker Fabian Schleusener (12./31.), Marvin Wanitzek (16.) und Mikkel Kaufmann (50.) erzielten vor 21.487 Zuschauern in Karlsruhe die Treffer des Heimteams, das mit dem ersten Punktgewinn nach zuvor fünf Niederlagen in Serie zumindest ein kleines Erfolgserlebnis feierte. Der ebenso zweifache Torschütze Johannes Eggestein (24./43.), Eric Smith (43.) und Lukas Daschner (61.) trafen für die Gäste.

Vor dem Anpfiff hatten die Heimfans Pyrotechnik abgebrannt. Der dabei entwickelte Rauch verbreitete sich im gesamten Stadion und sorgte für eine knapp 15-minütige Verzögerung des Anpfiffs. Wie der KSC später mitteilte, gab es „10-15 Verletzte durch das Einatmen des Rauches, die ambulant behandelt werden mussten“.

Auf dem Platz gab es im ersten Durchgang kaum eine Pause, der KSC lag mit 2:0 und 3:1 in Führung, zweimal kamen die Gäste zurück. Im zweiten Durchgang präsentierte sich das gleiche Bild: Wieder jubelte der KSC zunächst durch Kaufmann, Daschner markierte nach knapp einer Stunde den Ausgleich.

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