Aue - Düsseldorf 2:4: 2:0, 2:2, 4:2 - Fortuna fährt in Aue Achterbahn

Aue - Düsseldorf 2:4: 2:0, 2:2, 4:2 - Fortuna fährt in Aue Achterbahn

Aue (RPO). Als Schiedsrichter Felix Zwayer die Zweitliga-Fußballpartie zwischen dem FC Erzgebirge Aue und Fortuna Düsseldorf anpfiff, konnten die Gästefans bereits auf einen harten Arbeitstag zurückblicken. Die Verkehrswege Richtung Osten hatten einen regelrechten Freitags-Infarkt erlitten, und für die ansonsten nicht einmal sechsstündige Fahrt gingen neun und mehr Stunden drauf. Viele Anhänger erlebten die ersten Spielminuten sogar noch auf der Autobahn – aber sie wurden ausreichend entschädigt. Fortuna gewann 4:2 und ist somit seit einem halben Jahr und saisonübergreifend 15 Punktspielen ungeschlagen.

Die Fans beider Vereine verbindet seit vielen Jahren eine Freundschaft, die unter anderem mit Kombi-Schals und -Fahnen in den Farben der Klubs – rot-weiß verbunden mit lila-weiß – gepflegt wird. Dass die Auer Spieler aber auch auf dem Platz derart gastfreundlich auftreten würden, hatten die Düsseldorfer Profis sicher nicht auf der Rechnung. Die "Veilchen" behinderten die Angriffsbemühungen Fortunas lange Zeit überhaupt nicht, schauten ehrfurchtsvoll zu, wie das Team von Trainer Norbert Meier sich Chance auf Chance erarbeitete.

Der frühe Rückstand wirkte dabei auf den FC Erzgebirge lähmend. Marc Hensel, in der Vorsaison noch Schütze des einzigen Treffers zum 1:0-Sieg der Aue über Fortuna, vertändelte den Ball an der eigenen Strafraumgrenze, konnte sich gegen Sascha Rösler dann nur noch durch ein Foul wehren. Jens Langeneke verwandelte den fälligen Strafstoß gewohnt sicher zum 0:1, und acht Minuten später tat es ihm Rösler bei einem 20-Meter-Freistoß gleich. Bis zum Pausenpfiff wäre ein Debakel in Lila-Weiß möglich gewesen, denn zweimal verfehlte Torjäger Thomas Bröker nach sehenswerten Soli nur hauchdünn das Tor. Beim ersten Mal bestaunten die Auer Verteidiger die Drehungen des Düsseldorfers wie entrückte Eiskunstlauf-Fans einen vierfachen Toe-Loop.

Unter den gegebenen Umständen schien den beiden Startelf-Debütanten Fortunas der Einstand relativ leicht zu fallen. Tobias Levels, bis zum Saisonende von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen, verteidigte überraschend rechts für Christian Weber, der australische Nationalspieler Robbie Kruse ersetzte den verletzten Oliver Fink im linken Mittelfeld.

Ein Bruch im Fortuna-Spiel war deshalb nicht erkennbar – bis zur Pause. Danach gab es plötzlich ein völlig anderes Match, sicherlich auch, weil FCE-Coach Rico Schmitt zum Äußersten gegriffen und dreimal gewechselt hatte. Fortuna hätte gewarnt sein müssen, war es aber nicht, und nach Ronny Königs Anschlusstreffer war im Erzgebirgsstadion die Hölle los.

Umso mehr galt das nach dem Ausgleich des eingewechselten Guido Kocer, aber die Gäste schlugen noch einmal zurück. Ausgerechnet Assani Lukimya, der in seinen 15 Monaten bei Fortuna noch keinen Pflichtspieltreffer erzielt hatte, köpfte nach einem Eckball von Ken Ilsø zum 2:3 ein, dem Juanan per Konter noch Tor Nummer vier folgen ließ. Auch Ilsø und Juanan kamen von der Auswechselbank – Norbert Meier wollte Rico Schmitt offenbar nicht nachstehen.

Statistik

Aue: Männel - le Beau, Lachheb (46. Curri), Paulus, Klingbeil - Hensel, Schröder - Schlitte (46. Kocer), Enrico Kern (46. Tobias Kempe), Hochscheidt - König. - Trainer: Schmitt

Düsseldorf: Almer - Levels, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh - Bodzek - Beister (63. Grimaldi), Lambertz, Kruse (87. Juanan) - Bröker, Rösler (76. Ilsö). - Trainer: Meier

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Tore: 0:1 Langeneke (14., Foulelfmeter), 0:2 Rösler (22.), 1:2 König (49.), 2:2 Kocer (71.), 2:3 Lukimya-Mulongoti (84.), 2:4 Juanan (89.)

Zuschauer: 10.100

Beste Spieler: Paulus, Hochscheidt - Lukimya-Mulongoti, Bodzek

Gelbe Karten: Lachheb, Schlitte (4), Hensel (3), Tobias Kempe (2) - Beister (2), Lukimya-Mulongoti

Torschüsse: 9:17
Ecken: 5:4
Ballbesitz: 55:45 Prozent
Fouls: 23:15

(chk)