Erste Fußball-Profiliga der Frauen: WUSA startet am Samstag

Erste Fußball-Profiliga der Frauen : WUSA startet am Samstag

New York (rpo). Die weibliche Bevölkerung in den USA steht Kopf. Am Samstag startet die erste Fußball-Profiliga der Frauen (WUSA). Mit dem Spiel Washington Freedom gegen Bay Area CyberRays wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Fußball ist speziell bei der Jugend, vor allem der weiblichen, außerordentlich beliebt. An vielen High Schools und Colleges ist der "Soccer" die Nummer 1, sogar noch vor dem Basketball. Spätestens mit dem riesigen Erfolg der Frauen-Weltmeisterschaft 1999 in den USA wurde es immer deutlicher, dass im Land des WM-Champions eine Profiliga kommen wird. 650.000 Zuschauer verfolgten vor zwei Jahren die WM-Spiele, das Finale sahen 40 Millionen Amerikaner live am Fernsehgerät.

Aus der Taufe gehoben wurde die WUSA (Women's United Soccer Association/Vereinigter Frauenfußball-Verband) von Multi-Millionär John Hendricks, der zugleich Vorstandsvorsitzender des Discovery Channels ist. Dieser Sender investierte zusammen mit anderen TV- Firmen (vor allem Kabelbetreibern) rund 40 Millionen Dollar. Damit sollen die ersten fünf Jahre der neuen Liga gesichert sein.

Der Verband zieht die Fäden

Wie die Major League Soccer (MLS) der Männer, so funktioniert auch die WUSA nach dem so genannten "Single entity"-Prinzip. Der Verband managt alles, die Spielerinnen sind bei der Liga und nicht bei den Clubs angestellt. Den Teams werden Budgets vorgeschrieben, die diese strikt einhalten müssen. Der Etat liegt bei 800 000 Dollar pro Club. Im Schnitt verdienen die Profi-Neulinge 40 000, die Gehaltsobergrenze liegt bei 100 000 Dollar. Die Struktur der Liga ist auch ihr großer Vorteil. Die Geldgeber garantieren großflächige TV-Übertragungen, 22 Spiele der Vorrunde werden live übertragen. Für den Vierjahres- Vertrag zahlen die Sender TNN und CNN/SI drei Millionen Dollar.

Der Optimismus bei der WUSA ist groß, offiziell spricht man von einem Zuschauer-Ziel von 7.000 Fans pro Spiel, doch vielfach werden auch 10.000 erhofft. Acht Teams starten in die erste Saison, 21 Partien pro Mannschaft sind vorgesehen. Am 12. August endet die Vorrunde, die Top-Vier erreichen das Halbfinale. Und das Beste ist gerade gut genug: So kamen die bekanntesten Akteurinnen aus China, Brasilien und Norwegen.

Und auch in Deutschland bediente sich die WUSA: Die Nationalspielerinnen Bettina Wiegmann und Maren Meinert wurden den Boston Breakers zugewiesen, DFB-Auswahlakteurin Doris Fitschen ging zur Philadelphia Charge. Ihr Debüt feiern Bettina Wiegmann und Maren Meinert am 21. April beim Spiel in Carolina, Doris Fitschen kickt am 22. April in San Diego erstmals professionell.

(RPO Archiv)
Mehr von RP ONLINE