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WM-Streit: Fifa-Präsident Infantino hat laut DFB „verstanden“, warum ein Rhythmus-Wechsel falsch ist

Gipfel im Dezember : Fifa-Präsident Infantino zeigt laut DFB Einsicht im WM-Streit

Laut einer Aussage von DFB-Verantwortlichen habe Fifa-Präsident Gianni Infantino verstanden, dass ein Rhythmus-Wechsel für Weltmeisterschaften keinen Sinn ergeben würde. Einen Gipfel dazu soll es im Dezember geben.

Der Deutsche Fußball-Bund setzt im Streit um eine WM alle zwei Jahre auf „eine gemeinsame von Fifa und Uefa erarbeitete einvernehmliche Lösung“ beim internationalen Spielkalender. Dies teilte der DFB am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Verband beantwortete damit auch die Frage, ob der Austritt aus dem Weltverband Fifa eine Option sei. „Der DFB ist in enger Abstimmung mit der Uefa und den anderen Verbänden“, hieß es nur.

„Insgesamt haben die europäischen Verbände sehr deutlich gemacht, dass sie geschlossen gegen die Fifa-Pläne stehen. Der Fifa wurden zahlreiche Argumente gegen die Pläne vorgelegt“, hieße vom DFB. „Unser Eindruck war, dass der Fifa-Präsident sehr nachdenklich wirkte und verstanden hat, warum es keinen Sinn macht, so vorzugehen.“

In der Debatte um die umstrittenen Pläne wird es am 20. Dezember ein außerordentliches Treffen der Mitgliedsverbände geben. Diesen Termin bestätigte der Fußball-Weltverbands-Präsident Gianni Infantino am Mittwoch bei einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Fifa-Councils. „Ich bin überzeugt, dass wir etwas erarbeiten können, was sinnvoll erscheint und mit dem alle leben können. Wir müssen einen gemeinsamen Nenner finden“, sagte Infantino. Ob an dem Tag weitere Beratungen anstehen oder es zu einer Abstimmung kommt, ist laut Infantino noch offen.

Wegen der umstrittenen Pläne für eine WM alle zwei Jahre erwägen nach dpa-Informationen mehr als ein Dutzend Verbände aus Europa, die Mitgliedschaft in der Fifa als letzte Option zu beenden. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur AP darüber berichtet, nachdem Fifa-Chef Gianni Infantino am Dienstag mit zahlreichen europäischen Verbandschefs über die Reform für den internationalen Spielkalender der Männer ab 2024 gesprochen habe.

Wie es bei AP hieß, habe Infantino die Idee für eine Änderung in seiner Rede auch damit begründet, dass die Aufmerksamkeit junger Menschen durch andere Aktivitäten vom Fußball abgelenkt werde. Der Schweizer habe appelliert, gemeinsam Wege zur weiteren Entwicklung des Fußballs zu finden. Angesichts des großen Widerstandes gegen die Pläne vor allem aus Europa habe Infantino gemahnt, alle Meinungen zu respektieren. Aleksander Ceferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union, drohte bereits vor Wochen mit einem Boykott aus Europa. Eine mögliche WM im Zwei-Jahres-Rhythmus lehnt auch der Kontinentalverband Südamerikas kategorisch ab.

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Unbedingt verhindern will der DFB eine Abstimmung noch in diesem Jahr. „Ziel muss es sein, die geplante Abstimmung (...) von der Tagesordnung zu bekommen“, hieß es vor der Fifa-Council-Sitzung an diesem Mittwoch mit dem deutschen Vertreter Peter Peters. Die Fifa und Infantino hatten angekündigt, bis zum Jahresende Klarheit haben zu wollen. Dazu könnte es einen außerordentlichen Kongress der Fifa-Mitgliedsverbände kurz vor Weihnachten im Dezember geben.

(dör/dpa)