WM-Kader 2018: Joachim Löw nominiert Manuel Neuer und Nils Petersen - Mario Götze fehlt

Bundestrainer gibt vorläufigen WM-Kader bekannt: Löw nominiert Neuer und Petersen - Götze fehlt

Mit der Berufung von Nils Petersen sorgt Joachim Löw für eine WM-Überraschung. Auch Manuel Neuer, Ilkay Gündogan und Mesut Özil sind dabei - Rio-Held Mario Götze dagegen nicht.

Mit Überraschungsmann Nils Petersen und noch neun Weltmeistern um den schwächelnden Kapitän Manuel Neuer, aber ohne Rio-Held Mario Götze geht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihre historische Mission Titelverteidigung. Während Joachim Löw bei der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) auf den formschwachen Götze verzichtet, setzt der Bundestrainer mit seinem vorläufigen, 27-köpfigen Aufgebot auf eine schnelle Rückkehr Neuers - und Joker Petersen.

"Wir wollen das Maximum erreichen und diesen Titel wieder nach Deutschland holen", sagte Löw bei der Bekanntgabe im Dortmunder Fußball-Museum, wo auch seine Vertragsverlängerung bis 2022 verkündet wurde. Bei der Nominierung sei es leider auch sein Job gewesen, "Träume platzen zu lassen. Es ist nie gegen einen Spieler, immer im Sinne der Mannschaft und des Gesamterfolges", ergänzte Löw.

Petersen, mit 15 Toren bester deutscher Schütze in der abgelaufenen Bundesliga-Saison, stach Sandro Wagner aus, der im Gegensatz zu Mario Gomez fehlt. "Ich verspreche mir einiges von ihm", sagte Löw. Für Götze gilt dies aktuell nicht: "Es tut mir wahnsinnig leid, aber es war nicht seine Saison."

Dabei sind auch Ilkay Gündogan und Mesut Özil trotz ihres heftig kritisierten Treffens mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. "Das war keine glückliche Aktion", sagte Löw und kündigte ein Gespräch an. Ein Verzicht auf beide sei aber "zu keiner Sekunde" Thema gewesen.

Für den angeschlagenen Abwehrchef Jerome Boateng steht Löw der Leverkusener Jonathan Tah als "Backup" bereit. Auch Marco Reus bekommt eine Chance, sich für den endgültigen, 23-köpfigen Kader zu empfehlen, den Löw bis 4. Juni bei Weltverband FIFA melden muss.

Weil Neuer nach seinem Fußbruch im September noch immer auf sein Comeback wartet, nimmt Löw mit dessen Stellvertreter Marc-Andre ter Stegen, Bernd Leno und Kevin Trapp gleich vier Torhüter mit ins Trainingslager nach Südtirol (23. Mai bis 7. Juni). Dort könnte sich Neuer bei den internen Testspielen gegen die U20 die nötige Spielpraxis holen. Ohne diese könne "niemand in ein Turnier gehen", sagte Löw: "Aber im Moment sieht alles sehr gut aus, Manuel kann alles tun."

Vor der WM stehen zudem noch zwei Länderspiele gegen Österreich in Klagenfurt (2. Juni) und Saudi-Arabien in Leverkusen (8. Juni) an. Die Mannschaft bricht am 12. Juni von Frankfurt/Main aus nach Russland auf, wo sie in Watutinki nahe Moskau ihr Quartier beziehen wird. Am 17. Juni startet sie in Moskau gegen Mexiko ins Turnier, weitere Gruppengegner sind Schweden (23. Juni in Sotschi) und Südkorea (27./Kasan).

Löw stand bei seiner Auswahl ein wahrscheinlich einmaliger Pool von Spielern zur Verfügung. Leicht eingeengt war er lediglich aufgrund der Verletzungen von Lars Stindl, Serge Gnabry und Emre Can. Nicht mehr infrage kamen schwächelnde Weltmeister wie Götze, Benedikt Höwedes, Shkodran Mustafi, Andre Schürrle oder Christoph Kramer. Vier von ihnen spielten 2014 noch im Finale.

Das vorläufige deutsche WM-Aufgebot:

TOR: Manuel Neuer (Bayern München), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Kevin Trapp (Paris St. Germain)

ABWEHR: Jerome Boateng (Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (Bayern München), Joshua Kimmich (Bayern München), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (Bayern München), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

MITTELFELD/ANGRIFF: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (Paris St. Germain), Mario Gomez (VfB Stuttgart), Ilkay Gündogan (Manchester City), Leon Goretzka (Schalke 04), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Nils Petersen (SC Freiburg), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sebastian Rudy (Bayern München), Leroy Sane (Manchester City), Timo Werner (RB Leipzig)

Mehr von RP ONLINE