WM-Experten 2018: ARD verpflichtet Philipp Lahm - ZDF setzt auf Oliver Kahn

WM-Experten im TV: ARD verpflichtet Lahm - ZDF setzt auf Kahn

Der ARD ist vor der WM in Russland ein Coup gelungen: Weltmeister Philipp Lahm wird während des Turniers als Experte für das Erste arbeiten. Das gab der Sender am Montag in Hamburg bekannt.

ARD und ZDF sind gerüstet für die WM in Russland, das Erste hat Philipp Lahm als Experten gewonnen. Mit dem Sendezentrum in Baden-Baden soll Geld gespart werden.

Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm und Torwart-Titan Oliver Kahn als Experten, alle 64 Spiele live und viele neue Features: ARD und ZDF sind bereit für die Fußball-WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli).

Dem Ersten ist in der Vorbereitung nun ein echter Coup gelungen: Lahm, Kapitän der Sieger-Elf von 2014, soll in der Rubrik "Weltmeister im Gespräch" ganz "neue und spannende Blickwinkel auf die Geschehnisse rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland" bieten.

"Ich freue mich drauf, das ist ein tolles neues Format", sagte Lahm in einer Videobotschaft, die bei der Präsentation der Pläne am Montag in Hamburg abgespielt wurde. Der 34-Jährige, der vor einem Jahr seine Karriere beendet hatte, soll bei der WM im Zusammenspiel mit Moderatorin Jessy Wellmer nicht nur Spiele und Ergebnisse bewerten, sondern aufgrund seiner Erfahrungen und insbesondere mit dem Gewinn des Titels vor vier Jahren in Rio exklusive Einsichten weit über den Sport hinaus geben.

Er wolle dem Zuschauer "die Sicht des Spielers" darlegen, sagte Lahm, neben dem der bereits etablierte Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger sowie die Neuen Stefan Kuntz (U21-Nationaltrainer und Ex-Europameister) und Hannes Wolf, ehemaliger Trainer des VfB Stuttgart, das ARD-Experten-Team bilden.

Das ZDF setzt auf Torwart-Ikone Oliver Kahn und Holger Stanislawski, Sebastian Kehl wird dem Zweiten in Russland fehlen. Der 38-Jährige wechselt als Leiter der Lizenzspielerabteilung zu seinem Ex-Klub Borussia Dortmund.

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ARD und ZDF übertragen alle 64 Spiele live aus Russland - inklusive der parallel angesetzten letzten Gruppenspiele. Das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien wird im Ersten (17.00 Uhr) ausgestrahlt und von Tom Bartels kommentiert, im ZDF steigt das Finale (17.00 Uhr).

Zudem können alle Partien auch live und in voller Länge per Stream über das Internet verfolgt werden. Im Netz werden die Inhalte auch noch einmal multimedial aufbereitet und natürlich wollen beide Sender die Zuschauer über die sozialen Netzwerke mit einbeziehen.

Das redaktionelle Herz der beiden öffentlich-rechtlichen Sender wird in Baden-Baden schlagen. Die TV-Anstalten senden aus einem gemeinsamen Zentrum, das Studio wurde bereits bei der EM 2016 in Frankreich genutzt und wurde für den Confed-Cup neu aufbereitet. Auch die Moderatoren-Experten-Duos berichten aus Baden-Baden statt aus Moskau, Sotschi oder Sankt Petersburg. Beide Anstalten werden so wohl jeweils eine siebenstellige Summe einsparen. "Wir arbeiten so eng zusammen wie nie zuvor", sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

In der ZDF-Mediathek wird für Russland unter anderem die Rubrik "My View" angeboten, in der man sich Highlights oder strittige Szenen noch einmal aus verschiedenen Kamera-Blickwinkeln anschauen kann - schon während der Partie. "Es wird auch bei uns einiges Neues geben", sagte ARD-Teamchef Harald Dietz. Ziel aller Anstrengungen ist es, dem Zuschauer mehr zu bieten als nur Spiele und Ergebnisse. Natürlich auch auf Facebook, Twitter und Instagram.

Neben dem Sport steht nach der Propaganda-Show der Olympischen Winterspiele 2014 auch das Gastgeberland und sein Machthaber Wladimir Putin im Blickfeld. "Wir müssen skeptisch bleiben", sagte Frey.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Philipp Lahm

(sid)