Watzke über WM-Vergabe an Saudi-Arabien „Was soll die Fifa machen, wenn sich kein anderes Land bewirbt?“

Düsseldorf · Die Vergabe der Fußball-WM 2034 an Saudi-Arabien, das wegen Menschenrechtsverletzungen massiv in der Kritik steht, ist praktisch sicher. Der Fifa seien bei der Vergabe die Hände gebunden, behauptet BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

 Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spricht in einem Interview.

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spricht in einem Interview.

Foto: dpa/David Inderlied

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht keine Möglichkeit, dass die Vergabe der Fußball-WM 2034 an Saudi-Arabien noch abzuwenden ist. „Dass viele damit nicht glücklich sind, kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber wenn ich das richtig sehe, haben wir auch gar keine andere Bewerbung. Wenn sich niemand bewirbt, was soll man dann machen?“, sagte der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes im Interview des Pay-TV-Senders Sky.

„Ich habe damit nichts zu tun und ich schäume jetzt auch nicht vor Freude über“, ergänzte Watzke, „aber ich bin fair genug zu sagen: Wenn sich kein anderes Land bewirbt, was soll die Fifa dann machen? (…) Es war auch ehrlicherweise kein Land da, wo ich das Gefühl hatte, dass die das wirklich mit aller Macht anstreben, so wie wir 2006“.

Nach dem Rückzug von Australien kurz vor Ablauf der Frist gibt es keinen Konkurrenten mehr für die Bewerbung von Saudi-Arabien. Folgen muss bis zur Vergabe durch einen Fifa-Kongress Ende 2024 noch die endgültige Bewerbung, die vom Weltverband geprüft wird. Fifa-Präsident Gianni Infantino hat die WM-Vergabe an Saudi-Arabien in einem Beitrag auf Instagram bereits als perfekt verkauft. Saudi-Arabien steht wegen Menschenrechtsverletzungen massiv in der Kritik.

(dpa/seka)
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