Trotz Niederlage Polen zieht zusammen mit Argentinien ins Achtelfinale ein

Doha · Polen hat sich zum ersten Mal seit 1986 wieder für ein WM-Achtelfinale qualifiziert. Im abschließenden Gruppenspiel verlor die Mannschaft um Torjäger Robert Lewandowski zwar mit 0:2 gegen Argentinien, profitierte im direkten Vergleich mit Mexiko aber von einem Last-Minute-Tor von Saudi-Arabien.

 Argentiniens Lionel Messi (r.) im Zweikampf mit Polens Jan Bednarek.

Argentiniens Lionel Messi (r.) im Zweikampf mit Polens Jan Bednarek.

Foto: dpa/Tom Weller

Lionel Messi versagten die Nerven, Robert Lewandowski ging völlig unter – und dennoch zogen beide Weltfußballer ins Achtelfinale der WM ein: Argentinien hat im Duell der Topstars ein hochverdientes 2:0 (0:0) gegen Polen gefeiert und steht zum fünften Mal in Serie in der K.o.-Runde. Auch für Lewandowski und Co. genügte es hauchdünn, weil das Parallelspiel zwischen Saudi-Arabien und Mexiko das nötige Ergebnis brachte.

Erstmals seit 36 Jahren steht Polen damit unter den letzten 16 einer WM, eine ganze Generation hat das noch nie erlebt. Dieser Erfolg hing aber am seidenen Faden. Alexis Mac Allister (46.) und Julian Alvarez (67.) schossen Argentinien zum Sieg, ein deutlich höheres Ergebnis wäre möglich gewesen. So hatte Messi bereits vor der Pause einen Foulelfmeter verschossen (39.).

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Foto: dpa, mb nic

Polen muss im Achtelfinale nun allerdings gegen Weltmeister Frankreich ran, Argentinien bekommt es mit Australien zu tun. Zwei der prominentesten Namen der WM bleiben im Turnier.

Polens Trainer hatte sich vor dem Spiel noch zaghaft gegen diese Zuspitzung gewehrt. „Es ist nicht Eins-gegen-Eins“, sagte Czeslaw Michniewicz, „das ist kein Tennis.“ Und musste dann doch einräumen, dass er vor allem auf Lewandowski „zähle“ in einem solchen Spiel: „Und ich weiß, dass ganz Argentinien auf Messi zählt.“

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Foto: dpa/Li Ga

Und so betraten die beiden Kapitäne dann auch als erste den Rasen des Stadions 974 in Doha, und dann ging es los vor 44.089 Zuschauern. Lewandowski spielte früh seinen Teamkollegen Krystian Bielik gefährlich frei (5.), auf der anderen Seite schloss Messi in der Anfangsphase zweimal selbst ab - erst zaghafter (7.), dann schon gefährlicher (10.).

Der Favorit war deutlich aktiver, belagerte den polnischen Strafraum teilweise, zündende Ideen kamen dabei immer wieder von Messi, der seit Mittwoch übrigens mit 22 Einsätzen Argentiniens WM-Rekordspieler ist - vor Diego Maradona.

Chancen für Marcos Acuna (16./29.), Angel di Maria (33.) und Julian Alvarez (36.) führten dann hin zum ersten Höhepunkt des Spiels: Der starke Torwart Wojciech Szczesny traf Messi nach einer Flanke mit der Hand am Kopf, nach Eingreifen des VAR gab es einen fragwürdigen Elfmeter - doch Messi fand in Szczesny seinen Meister. Der sechsmalige Weltfußballer grinste wie jemand, der nichts zu Grinsen hat, und wenig später ging es torlos in die Pause.

Danach allerdings wurde alles besser für die Südamerikaner. Der Druck wurde immer größer, Mac Allister und Alvarez nutzten nur zwei der zahlreichen Chancen zum wichtigen Sieg.

(lonn/SID)
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