Nach 2:1 gegen Saudi-Arabien Mexiko scheidet aus – Trainer Martino kündigt Abschied an

Update | Lusail · Obwohl die Mittelamerikaner beim 2:1 gegen Saudi-Arabien ihre Hausaufgaben erledigten, stand aufgrund des späten Gegentreffers das Turnier-Aus fest. Nationaltrainer Gerardo Martino kündigte wenige Stunden später seinen Rücktritt an.

Mexikos Trainer Gerardo Martino an der Seitenlinie beim Spiel gegen Saudi-Arabien.

Mexikos Trainer Gerardo Martino an der Seitenlinie beim Spiel gegen Saudi-Arabien.

Foto: AFP/ALFREDO ESTRELLA

Nach dem frühen WM-Aus hat Mexikos Fußball-Nationaltrainer Gerardo Martino seinen Abschied angekündigt. „Mein Vertrag ist mit dem Schlusspfiff ausgelaufen, es gibt nichts weiter zu tun“, sagte der 60-Jährige nach dem 2:1 (0:0) zum Vorrundenabschluss gegen Saudi-Arabien, „ich bin hauptverantwortlich für die Frustration und die Enttäuschung, die wir erleben. Ich fühle eine große Traurigkeit. Ich übernehme die gesamte Verantwortung für dieses Scheitern.“

Mexiko ist im nervenaufreibenden Finale der Gruppe C trotz eines Siegs gegen Saudi-Arabien erstmals seit 1978 wieder in der WM-Vorrunde gescheitert. Auch für die Saudis ist die erste Fußball-WM im arabischen Rauem nach dem 1:2 (0:0) im Lusail Stadion am Mittwochabend schon nach der Gruppenphase beendet. Henry Martín (48. Minute) und Luis Chávez (52.) schossen Mexiko vor 84 985 Zuschauern zwar zum verdienten ersten Erfolg in Katar. Zum Weiterkommen reichte das den Lateinamerikanern aber trotzdem nicht. Salem Mohammed Al-Dausari beendete alle Hoffnungen der Mexikaner (90.+5).

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Foto: AP/Moises Castillo

Beide Fangruppen sorgten in der imposanten Arena nördlich der Hauptstadt Doha für lautstarke Unterstützung. Schätzungen zufolge hatten mehrere Zehntausend Mexikaner die Reise nach Katar angetreten, für die saudischen Fans war die Reise ins Nachbarland deutlich kürzer. Zu den Ehrengästen zählte am Abend auch Fifa-Präsident Gianni Infantino, der die Bedeutung der Endrunde für die arabische Welt immer wieder herausgestellt hatte.

Die Mexikaner hatten nach zwei torlosen Spielen das drohende Aus vor Augen und begannen furios. Chávez (2.) und Alexis Vega (3.) vergaben dicke Chancen auf die frühe Führung. Nach dem enttäuschenden 0:2 gegen Argentinien hatte Coach Gerardo Martino Mittelstürmer Martín und Offensivspieler Orbelín Pineda in die Startelf beordert - das zahlte sich mit deutlich mehr offensiver Wucht aus.

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Foto: dpa/Christian Charisius

Die anfängliche Drangphase der Lateinamerikaner überstanden die Saudis auch mit etwas Glück und wurden ihrerseits erstmals durch einen Freistoß von Mohamed Kanno gefährlich (13.). Der Mittelfeldspieler, einer der wichtigsten Akteure im Team des Franzosen Hervé Renard, war rechtzeitig für die Partie fit geworden. Das war es dann aber zunächst auch mit offensiven Vorstößen der Saudis. Erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wurden sie durch einen Kopfball von Ali Al-Hassan wieder ansatzweise gefährlich.

Es spielte Mexiko, vor dem gegnerischen Tor agierte El Tri aber oft zu unkonzentriert. Ein abgefälschter Schuss von Chávez war im weiteren Verlauf noch die beste Chance (41.). Die Saudis konzentrierten sich auf das Verteidigen und stoppten die Mexikaner häufig erst mit Fouls. Es entwickelte sich ein intensives Duell mit vielen Zweikämpfen.

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Foto: dpa/James Gourley

Direkt nach der Halbzeit wurden die Mexikaner dann aber für ihre Offensivbemühungen belohnt. Stürmer Martín traf nach einer Ecke aus kurzer Distanz, Chávez erhöhte mit einem direkt verwandelten Freistoß. Damit gingen die Blicke der Mexikaner zum Parallelspiel der Gruppe C zwischen Polen und Argentinien. Um die Chancen auf das Weiterkommen zu erhöhen brauchte El Tri noch ein Tor - und spielte dementsprechend weiter nach vorne.

Ein Treffer von Hirving Lozano wurde wegen einer Abseitsposition nicht gegeben (56.). Von den Saudis kam offensiv so gut wie nichts mehr. Mexiko rannte an, vergab aber beste Chancen auf das dritte Tor. Martín (70.) und der Chávez (73.) zielten am Tor vorbei. Erneut Chávez wurde nach einem Konter vor dem leeren Tor noch in letzter Sekunde gestört (78.).

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Der Argentinier Martino war seit 2019 mexikanischer Nationaltrainer und gewann im selben Jahr den Gold Cup. Schon seit einigen Monaten stand er aber in der Kritik. Der mexikanische Verband bot ihm laut Medienberichten eine Vertragsverlängerung an, die er jedoch ablehnte.

(lonn/dpa)
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