Irre Bilder vor WM-Achtelfinale Fotografen belagern Bankdrücker Ronaldo

Düsseldorf/Lusail · Portugal gewinnt im WM-Achtelfinale gegen die Schweiz mit 6:1 – und alle Augen sind auf Bankdrücker Cristiano Ronaldo gerichtet. Der Superstar wurde vor dem Anstoß von den Fotografen regelrecht belagert. Der portugiesische Trainer Fernando Santos erklärte unterdessen, warum der Superstar nicht von Anfang an spielte.

Alle Augen auf Ronaldo: Zahlreiche Pressevertreter fotografierten den portugiesischen Superstar auf der Bank vor dem Achtelfinalspiel gegen die Schweiz am Dienstagabend.

Alle Augen auf Ronaldo: Zahlreiche Pressevertreter fotografierten den portugiesischen Superstar auf der Bank vor dem Achtelfinalspiel gegen die Schweiz am Dienstagabend.

Foto: dpa/Peter Byrne

Als die portugiesische Nationalhymne gestern Abend im Lusail Iconic Stadium erklang, interessierte sich die internationale Presse gar nicht mehr um das Geschehen auf dem grünen Rasen. Vielmehr wurden die meisten Kameras im Stadion auf die Auswechselbank der Portugiesen gerichtet. Der Grund ist offensichtlich: Der fünffache Weltfußballer Cristiano Ronaldo musste im WM-Achtelfinale gegen die Schweiz zunächst auf der Bank Platz nehmen. Das überraschte viele.

Aus diesem Grund wurde der Superstar vor der Spielerbank gleich von einer ganzen Trauben an Fotografen umringt. Jeder wollte ein Foto von Bankdrücker Ronaldo. Selbst während des Spiels wollten die Fotografen natürlich Aufnahmen vom Weltstar. Wie reagiert Ronaldo auf diese Entscheidung? Was verrät seine Gestik und Mimik?

 Cristiano Ronaldo (Mitte) bei der Nationalhymne an der Auswechselbank.

Cristiano Ronaldo (Mitte) bei der Nationalhymne an der Auswechselbank.

Foto: dpa/Tom Weller

Cristiano Ronaldos Partnerin Georgina Rodriguez hat die Joker-Rolle des Superstars im WM-Achtelfinale in jeden Fall offen beklagt. „Schade, dass wir den besten Spieler der Welt nicht 90 Minuten lang genießen konnten“, schrieb die 28-Jährige auf Instagram. Rodriguez hatte das 6:1 Portugals gegen die Schweiz live im Lusail Stadion verfolgt. Ronaldo war nach zuletzt schwachen Leistungen erst in der 74. Minute eingewechselt worden. Sein Ersatz, der erst 21 Jahre alte Gonçalo Ramos, überzeugte stattdessen mit drei Treffern.

„Während die elf Spieler die Hymne sangen, waren alle Augen auf dich gerichtet“, schrieb Rodriguez mit Blick auf das große Interesse der Fotografen an dem auf der Ersatzbank sitzenden Ronaldo. „Die Fans haben nicht aufgehört, deinen Einsatz zu fordern und deinen Namen zu rufen.“ Die Zuschauer im größten WM-Stadion hatten Ronaldo in der zweiten Halbzeit mit Sprechchören gefordert und dessen Einwechslung lautstark bejubelt.

Rodriguez schrieb mit Blick auf Portugals Nationaltrainer Fernando Santos, sie wünsche sich, dass „Gott und dein lieber Freund Fernando weiterhin Hand in Hand gehen“. Coach Santos begründete seine Entscheidung für Ramos und gegen Ronaldo nur mit sportlichen Überlegungen, die Aufregung um Ronaldos Gemecker nach seiner Auswechslung im vorherigen Spiel gegen Südkorea habe keine Rolle gespielt. „Ich wähle die Spieler aus, die am besten zu meiner Strategie passen“, sagte der Coach und lobte Ronaldo-Ersatz Ramos für dessen Dynamik, Zweikampfstärke und seinen Zug zum Tor.

Ob seine Entscheidung gegen Ronaldo auch für das Viertelfinale gegen Marokko gilt, ließ der Coach offen: „Das werden wir sehen“, sagte er.

(dni mit dpa)
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