WM 2018: Spaniens Sergio Ramos zieht Motivation aus Trainer-Chaos

Spaniens Kapitän zuversichtlich: Ramos zieht Motivation aus Trainer-Chaos

Spaniens Kapitän Sergio Ramos zieht aus dem Trainer-Chaos beim Mitfavoriten Kraft und zusätzliche Motivation. "Das wird uns stärker machen als Mannschaft", sagte der Verteidiger von Real Madrid vor dem WM-Auftaktspiel am Freitag gegen Portugal.

Man könne über die Entlassung von Julen Lopetegui verschiedener Meinung sein. "Aber unser gemeinsames Ziel bleibt das gleiche. Wir sind hier, um den WM-Pokal zu holen."

Von den Qualitäten von Interimstrainer Fernando Hierro ist Ramos überzeugt. "Fernando ist eine der besten Lösungen, die es für diesen Job gibt", sagte der 32-Jährige, der sich zuvor vehement für einen Verbleib von Lopetegui ausgesprochen hatte. „Julen wird immer Teil unseres Teams sein, egal, was bei dieser WM passiert“, sagte Ramos.

Hierro hatte erst am Mittwoch das Amt übernommen, nachdem sich der spanische Verband wenige Stunde zuvor von Lopetegui nach dem Bekanntwerden seines Wechsel zu Real getrennt hatte. Der 50-jährige Hierro war zuletzt Sportdirektor der Nationalmannschaft. Seine Erfahrung als Cheftrainer beschränkt sich auf sein Jahr in Spaniens 2. Liga bei Real Oviedo.

"Das sind keine schönen Zeiten. Lopetegui war Teil unserer Kampagne, aber die spanische Mannschaft ist wichtiger als einzelne Personen", sagte Ramos: "Je schneller wir uns wieder auf Fußball konzentrieren, desto besser.

Man dürfe den in der WM-Geschichte einmaligen Vorfall "nicht als Entschuldigung" gelten lassen. "Dies ist eine Möglichkeit als Mannschaft zu wachsen. Wir haben noch immer den gleichen Traum wie vor zwei Tagen", so Ramos.

Spanien kämpft in Russland um die Rückkehr auf den WM-Thron. 2014 war der Weltmeister von 2010 sensationell in der Vorrunde gescheitert, bei der EM vor zwei Jahren schieden die Iberer im Achtelfinale aus. Es folgten 20 Spiele unter Lopetegui, in denen die Seleccion ungeschlagen blieb. "Wir glauben an unsere Stärke", betonte Hierro: "Wir sind gut präpariert und topfit. Wir haben vollstes Vertrauen in unser Team."

(lt/sid/dpa)