WM 2018 in Russland: Felix Brych: Die K.o.-Runde ist das Ziel

Deutsche WM-Schiedsrichter: Für Felix Brych ist die K.o.-Runde das Ziel

Wie schon vor vier Jahren ist Felix Brych der deutsche Schiedsrichter bei der Fußball-WM. Mit dabei als Video-Assistenten sind Bastian Dankert und Felix Zwayer.

Die Trainingseinheit im roten FIFA-Shirt absolvierte Felix Brych routiniert. Ein paar Konditionsübungen, zwischendurch ein Schluck aus der Wasserflasche - dem deutschen WM-Schiedsrichter war zumindest äußerlich keinerlei Anspannung anzumerken. Die vielen TV-Kameras am Dienstagmorgen im Lokomotiv-Stadion von Moskau waren aber ein Vorgeschmack auf das Scheinwerferlicht, das den 42-Jährigen bei der Fußball-WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) erwartet.

"Wichtig ist, dass wir die Spiele, die wir bekommen, gut pfeifen und mit einem guten Gefühl nach Hause fahren", sagte Brych im Interview mit dfb.de. Mit dem Münchner waren seine Assistenten Stefan Lupp (Zossen) und Mark Borsch (Mönchengladbach) sowie die beiden Video-Assistenten Bastian Dankert (Rostock) und Felix Zwayer (Berlin) nach Moskau gereist. Brych kennt die Abläufe.

Schließlich kam der Unparteiische bereits vor vier Jahren in Brasilien zweimal zum Einsatz. "Damals waren wir noch lange nicht so erfahren und waren sozusagen 'Rookies', sodass wir uns ein bisschen hinten anstellen mussten, wenn es um die Spielansetzungen ging", sagte der Jurist beim Blick zurück: "Dieses Mal ist es etwas anders. Ich denke, dass wir ganz ordentliche Partien bekommen und die Chance haben werden, uns auch für weitere Aufgaben zu beweisen."

Brych ist der achte deutsche Schiedsrichter

Dass Brych 2014 überhaupt dabei war, stieß damals auf heftige Kritik. Schließlich hatte er sich am 18. Oktober 2013 einen der gröbsten Fehler in der Bundesliga-Geschichte erlaubt und das Phantomtor von Stefan Kießling anerkannt. Doch über diesen Fauxpas redet kaum noch jemand. Brych ist in der Weltelite längst etabliert, er hat so gut wie alles schon erlebt.

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Der Abteilungsleiter für Jugendfußball und Schiedsrichter beim Bayerischen Fußball-Verband hat 249 Bundesligaspiele und zahlreiche Europacup-Partien auf dem Buckel. Er leitete im vergangenen Jahr das Finale der Champions League, 2014 war er im Endspiel der Europa League im Einsatz. Zudem war Brych bei der EM 2016, den Olympischen Spielen 2012 und dem Confed Cup 2013 am Start.

Brych ist der achte deutsche Schiedsrichter, der bei mehr als einer WM dabei sein wird. Die meisten Einsätze (fünf) hat Markus Merk absolviert. "Die diesjährige Nominierung bedeutet mir fast noch ein bisschen mehr als die vor vier Jahren", sagte der Referee: "Es ist die Bestätigung dafür, dass wir als Schiedsrichter-Team, meine beiden Assistenten Mark Borsch und Stefan Lupp gemeinsam mit mir, über vier Jahre unser Niveau gehalten und eine ordentliche Leistung abgeliefert haben."

In Russland wartet eine neue Herausforderung auf Brych ("Jetzt kommt langsam das Kribbeln") und seine Kollegen - der Einsatz des Videobeweises. Im Gegensatz zu vielen Skeptikern sieht der Referee der WM-Premiere des Hilfsmittels gelassen entgegen: "Ich habe mich darauf eingelassen und komme mit Video-Assistenten gut zurecht."

(SID)