WM 2018: Fifa-Präsident Gianni Infantino spricht von "bester WM aller Zeiten"

Fifa-Präsident lobt Putin und Russland: Infantino bezeichnet WM als „beste aller Zeiten“

Fifa-Präsident Gianni Infantino ist begeistert von der WM in Russland. Der Schweizer sparte nicht mit Lob für die Organisation - und gab einen Ausblick auf Katar 2022.

Gianni Infantino reckte breit grinsend den Daumen in die Kameras, bevor er WM-Gastgeber Russland auf das höchste aller Podeste hob. "Seit ein paar Jahren sagte ich, dass das die beste WM überhaupt sein wird. Und das kann ich heute bestätigen. Es ist die beste WM, die jemals stattgefunden hat", sagte der Fifa-Präsident am Freitag in Moskau. Im roten Kapuzenjäckchen, das eigentlich nur die freiwilligen Helfer tragen, war Infantino erschienen. Einerseits, um wie sonst auch den nahbaren Gianni zu geben, andererseits, um einer nahezu perfekten Organisation Tribut zu zollen.

Denn die Zahlen sind beeindruckend, das ist nicht von der Hand zu weisen. Wie Infantino mitteilte, lag die Stadionauslastung bei 98 Prozent. Sieben Millionen Fans besuchten die Fanfeste in den Spielorten, während drei Milliarden Menschen die Partien vor dem Fernseher verfolgten.

Alleine beim Finale am Sonntag (17.00 Uhr MESZ/ZDF und Sky Deutschland) zwischen Frankreich und Kroatien wird eine globale TV-Quote von rund einer Milliarde erwartet. Russland hat der Fifa ein Produkt geliefert, das sich erstklassig vermarkten ließ.

Für die beeindruckende Durchführung der WM gab es vom Schweizer gar ein extra Lob in Landessprache. "Ich möchte den Russen, dem russischen Volk, danken. Spassibo Rossija." Russland, das im Viertelfinale ausgeschieden war, sei eine "echte Fußball-Nation" geworden. "Die Hinterlassenschaft wird Russland an die Spitze stellen, was Fußball anbelangt", sagte Infantino.

Auch vom Debüt des Videobeweises zeigte sich Infantino höchst angetan. "Wir sind sehr zufrieden, dass wir es eingeführt haben", sagte er: "Dank des VAR ist das Spiel gerechter geworden." 19 Überprüfungen habe es laut Infantino in den bisherigen 62 Spielen gegeben, 16 falsche Entscheidungen wurden geändert. "Dieses System ist besser als die Vergangenheit. Es ändert den Fußball nicht, sondern hilft den Schiedsrichtern, bessere Entscheidungen zu treffen", sagte Infantino.

Kritik dahingehend, dass die WM mit vier europäischen Mannschaften (Belgien, England, Frankreich und Kroatien) im Halbfinale zu einem einseitig dominierten Kontinentalwettbewerb verkommen sei, ließ Infantino nicht gelten. Vielmehr freue sich der 48-Jährige über den Finaleinzug der Überraschungsmannschaft aus Kroatien. "Ich denke nicht, dass Kroatien als Großmacht des europäischen Fußballs gesehen werden kann", sagte er. Außerdem seien die Ergebnisse der übrigen Konföderationen ein Ansporn, zukünftig "mehr zu tun, mehr zu investieren".

Die Zukunft zeichnet sich derweil auch für Infantino deutlich ab. Und damit ist nicht nur seine angestrebte Wiederwahl 2019 gemeint. Die WM 2022 wirft ihre Schatten voraus. Am Freitag betonte Infantino erneut, dass für ihn eine Aufstockung der Weltmeisterschaft in vier Jahren auf 48 Teams noch nicht vom Tisch sei. "Ob die WM 2022 mit 32 oder 48 Teams über die Bühne gehen wird, das wird in den nächsten Monaten entschieden", sagte er.

Zuerst solle sich mit Ausrichter Katar ausgetauscht werden, "wenn es möglich ist, werden wir im Fifa-Rat darüber sprechen", sagte Infantino. Momentan greift die Aufstockung auf 48 Teams erst bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Bereits zuvor hatte Katar jedoch Interesse daran bekundet, schon 2022 die erste Mega-WM auszurichten. Bestrebungen Infantinos in diese Richtung waren vor der WM in Russland vom Fifa-Rat auf Eis gelegt worden.

(old/dpa)