WM 2018: Saudi-Arabien im Porträt

WM-Starter Saudi-Arabien im Porträt: Königreich Saudi-Arabien hofft auf Unterstützung von King Kahn

Saudi-Arabien nimmt zum fünften Mal an der Endrunde einer Fußball-WM teil. Unterstützt wird der dreimalige Asienmeister in seiner Vorbereitung auf das Turnier in Russland von der deutschen Torhüter-Ikone Oliver Kahn.

Saudi-Arabien wird im Sommer eine besondere Ehre zuteil. Im Eröffnungsspiel der WM-Endrunde treffen die Grünen Falken am 14. Juni im Luschniki-Stadion von Moskau auf Russland. Mit einem Sieg und auch schon einem Unentschieden gegen die Sbornaja könnten die Saudis frühzeitig zum Spielverderber für das Gastgeberland werden.

Auf dem Weg in die nächste Runde muss der krasse Außenseiter, der als erstes asiatisches Team ein WM-Auftaktspiel bestreitet, sich zudem noch mit Ägypten und Uruguay auseinandersetzten. "Wir wollen unbedingt die Vorrunde überstehen", sagt Trainer Juan Antonio Pizzi, der das Team erst im November vergangenen Jahres übernommen hat. Bislang erreichten die Saudis nur bei ihrer ersten WM-Teilnahme 1994 in den USA das Achtelfinale.

Saudi-Arabien, das zum fünften Mal an der WM-Endrunde teilnimmt, hatte nach zwölfjähriger Durststrecke unter dem früheren Bundesliga-Trainer Bert van Marwijk mal wieder die Qualifikation geschafft. Der frühere Coach von Borussia Dortmund und des Hamburger SV musste wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Verband SAFF aber seinen Posten räumen und wurde beim dreimaligen Asienmeister durch den Argentinier Edgardo Bauza ersetzt, der aber nach schwachen Vorstellungen in den Freundschaftsspielen im vergangenen Herbst nach nur wenigen Wochen wieder geschasst wurde.

Der neue Coach Pizzi, der mit Chile in der WM-Quali gescheitert war, setzt in Russland auf den 33 Jahre alten Mittelfeldspieler Taisir Al-Jassim, der mehr als 100 Länderspiele absolviert hat und Torjäger Muhammed Al-Sahlawi. Der 30-Jährige wies bis April mit 24 Treffern in 23 Länderspielen eine beeindruckende Quote auf. In der souveränen WM-Qualifikation, die die Saudis mit 19 Punkten als Gruppenzweiter hinter Japan (20) und vor Australien (19) beendeten, stach auch Mittelfeldmann Nawaf Al-Abed mit fünf Toren heraus.

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Zum Erfolg beitragen soll in Russland auch Oliver Kahn, der 2002 beim 8:0-Kantersieg gegen Saudi-Arabien in Sapporo bei der deutschen Nationalmannschaft zwischen den Pfosten stand. Anders als beim ersten Gruppenspiel der WM 2002 in Südkorea und Japan könnte der frühere DFB-Kapitän bei einem möglichem Duell zwischen Titelverteidiger Deutschland und Saudi-Arabien in die Zwickmühle geraten.

Denn Kahn, der am zweiten Turniertag 49 Jahre alt wird, bereitet die Keeper des Königreiches mit seiner Firma "Goalplay" auf die Endrunde in Russland vor. "Meine Aufgabe besteht darin, diesen Prozess zu steuern und meine Erfahrungen einzubringen", sagte Kahn, der sich selbst in Riad auch um die Ausbildung von Nachwuchstorhütern und Torwarttrainern kümmert. Dazu wird dort die weltweit erste "Oliver Kahn Torwart Academy" aufgebaut.

Auf den früheren Bayern-Keeper und seine Mitarbeiter wartet in den kommenden Monaten viel Arbeit. Denn bei seinen bisherigen vier WM-Teilnahmen kassierte Saudi-Arabien 32 Gegentore in 13 Spielen. Nur bei der Premiere 1994 in den USA überstand das Team die Vorrunde. "Immer mehr Länder erkennen, wie wichtig eine umfassende Torhüterausbildung ist", sagte Kahn, der verhindern will, dass die Saudis noch einmal so eine Klatsche wie damals unter dem Dach des Sapporo-Doms gegen den späteren Vizeweltmeister Deutschland kassieren.

(sid)