WM 2018: Kroatien im Porträt

WM-Starter Kroatien im Porträt: Kroaten liebäugeln mit K.o.-Runde - Hoffnungsträger Dalic

Kroatien hat sich in turbulenten Zeiten zum fünften Mal für eine Fußball-WM qualifiziert. Ein frühes Aus wollen die Osteuropäer vermeiden.

Die Erwartungen der heißblütigen Fans in der Heimat sind wieder riesig, die Enttäuschung von 2014 unter Trainer Niko Kovac wiegt noch schwer: Kroatien hat sich für die Fußball-WM in Russland viel vorgenommen. Für nicht wenige Stars der "Kockasti" (Die Karierten) ist es die letzte Chance auf WM-Ruhm.

"Ich hoffe, dass wir die K.o.-Runde bei der WM erreichen - und vielleicht noch etwas mehr", sagte Trainer Zlatko Dalic. Bei der letzten WM scheiterte die stolze Fußball-Nation in der Gruppenphase an Gastgeber Brasilien und Mexiko. Trainer Niko Kovac musste gehen, schaffte es aber immerhin über die Station Eintracht Frankfurt noch zum neuen Cheftrainer von Bayern München.

In Russland haben die Balkan-Kicker mit Argentinien, Island und Nigeria wieder eine schwere Gruppe erwischt. Gegen Island scheiterte man schon in der Qualifikation. Im Anschluss musste das Dalic-Team in die Play-offs, konnte sich dort aber klar gegen Griechenland unter Trainer Michael Skibbe (0:0/4:1) durchsetzen. "Es wird nicht leicht, aber wir glauben an uns", sagte Marko Pjaca (Schalke 04), einer der vielen Bundesliga-Legionäre.

Oft fehlte jedoch die Konstanz, so auch in den letzten Freundschaftsspielen. Auf der US-Reise im März gab es zunächst eine 1:2-Pleite gegen Peru, dann folgte ein erlösendes 1:0 gegen Mexiko. Barcelonas Mittelfeldspieler Ivan Rakitic, von 2007 bis 2011 bei Schalke 04 unter Vertrag, erzielte per Elfmeter den Siegtreffer.

"Ich bin zufrieden mit unserer Vorstellung, auch mit dem Ergebnis, aber ich bin mit sicher, dass wir es noch besser hinkriegen", sagte Dalic im Anschluss. Zwei Niederlagen auf der US-Tour hätten das Selbstvertrauen seines Kaders doch ziemlich ramponiert. "Es gibt noch eine Menge zu tun vor der WM", sagte der Coach.

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Verbandspräsident Davor Suker warnte indes vor zu hohem Druck. "Bei der WM sollten wir Schritt für Schritt gehen", sagte der 50-Jährige, der immer noch das Gesicht des größten WM-Erfolges ist. 1998 in Frankreich wurde Kroatien Dritter und Suker WM-Torschützenkönig. Im Viertelfinale steuerte der Verbandsboss auch einen Treffer zum 3:0 gegen das DFB-Team von Bundestrainer Berti Vogts bei.

Aus dem aktuellen Kader stehen viele Stars vor ihrer vielleicht letzten WM. Luka Modric (Real Madrid/32), Mario Mandzukic (Juventus Turin/31) und Rakitic (30) sind im Herbst ihrer Karriere angelangt, für Katar 2022 könnten sie schon zu alt sein. Die Routiniers geben aber mit anderen Legionären wie Andrej Kramaric (1899 Hoffenheim), Ivan Perisic (Inter Mailand) und Dejan Lovren (FC Liverpool) weiterhin den Ton an.

Einer, der längst keine Alternative mehr ist, aber dennoch zur WM fährt, ist Ivica Olic. Der langjährige Bundesliga-Profi (Bayern München, VfL Wolfsburg, Hamburger SV) und Assistent von Dalic glaubt an die Stärken der Mannschaft.

"Unsere Jungs spielen bei großen Klubs, und haben dort eine wichtige Rolle. Deshalb sind wir optimistisch", sagte Olic, der es eigentlich wissen muss. Der heute 38-Jährige nahm insgesamt an drei Weltmeisterschaften teil - 2002, 2006 und 2014.

(sid)