WM 2018: Belgien im Porträt

WM-Starter Belgien im Porträt: Belgien setzt bei WM-Mission auf prominente Hilfe

Belgien löste als erstes europäische Land das WM-Ticket. In Russland gehört die "Goldene Generation" zum Favoritenkreis - mal wieder.

Romelu Lukaku, Eden Hazard, Kevin De Bruyne, Thibaut Courtois - schon die Namen lassen Joachim Löw mit der Zunge schnalzen. "Belgien gehört zum absoluten Favoritenkreis", sagt der Bundestrainer über das kleine Nachbarland, das mit seiner "Goldenen Generation" endlich auch bei einer WM glänzen will. 2014 war erst im Viertelfinale gegen Argentinien (0:1) Endstation, diesmal könnte es noch weitergehen.

Die Qualifikation erledigten die "Roten Teufel" im Schnelldurchgang. Und das gleich doppelt: Erst erzielte Christian Benteke gegen Gibraltar nach sieben Sekunden das bislang schnellste Tor in der Geschichte der WM-Qualifikation. Wenige Monate später schoss 100-Millionen-Stürmer Lukaku das Team als erste europäische Mannschaft zur Endrunde nach Russland - zwei Spieltage vor Abschluss der Qualifikation.

Seit 2014 in den Top 10 der Fifa-Weltrangliste

"So schnell haben wir es noch nie geschafft", titelte die Zeitung Het Laatste Nieuws daraufhin. Eine Überraschung war das schon längst nicht mehr. Seit 2014 ist Belgien ohne Unterbrechung in den Top 10 der Fifa-Weltrangliste vertreten, 2015 stand das Team sogar auf Rang eins. Fast scheint es, als ob die Belgier einfach die Rollen mit dem jahrzehntelang überlegenen Nachbarn Niederlande getauscht haben. Nicht ganz zufällig drücken viele Niederländer auch im Sommer den "Rode Duivels" die Daumen.

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Trainiert wird das Starensemble bei der insgesamt 13. WM-Teilnahme von Roberto Martinez. Der Spanier löste nach der EM 2016 den Ex-Schalker Marc Wilmots ab - das Aus im EM-Viertelfinale war zu wenig für das neue Anspruchsdenken. Martinez setzt bei seiner Mission auf prominente Hilfe und holte den früheren französischen Weltmeister Thierry Henry als Co-Trainer ins Boot. "Thierry bekommt eine wichtige Rolle, er wird etwas anderes mitbringen", sagte Martinez.

Größter Star des Teams ist wohl Lukaku. Der Torjäger, der 2017 für 100 Millionen Euro von Everton zu ManUnited wechselte, ist seit März auch offizieller Rekordtorschütze - mit gerade einmal 24 Jahren. Gegen Saudi-Arabien erzielte Lukaku sein 30. Länderspieltor und schloss zu Paul Van Himst sowie Bernard Voorhoof auf. Drei weitere Tore aus einem Test gegen die Niederlande werden von der Fifa nicht anerkannt, weil Belgien sieben Wechsel vorgenommen hatte.

Der endgültige WM-Kader der Roten Teufel steht inzwischen. Die Bundesliga ist in Person von Michy Batshuayi (Borussia Dortmund), Koen Casteels (VfL Wolfsburg) und Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) vertreten. Für Hazard wurde im Oktober 2017 ein Traum wahr, als er gegen Zypern erstmals an der Seite seines Bruders Eden (FC Chelsea) von Beginn an für sein Heimatland auflief. Mit Erfolg: Beide Brüder trafen.

In Russland sollen Hazard, Lukaku, De Bruyne und Co. endlich das große Versprechen des belgischen Fußballs einlösen. Denn noch ist die erste Goldene Generation die erfolgreichere: Bei der WM 1986 in Mexiko scheiterten Jean-Marie Pfaff, Enzo Scifo, Jan Ceulemans und Co. erst im Halbfinale. 32 Jahre später scheint die Zeit reif für ein neues Kapitel.

(sid)