WM 2018: Australien im Porträt

WM-Starter Australien im Porträt: Van Marwijk will "Down under" oben auf sehen

Australien hat sich zum fünften Mal für eine Fußball-WM qualifiziert. Trainer Bert van Marwijk hat große Ziele.

Die selbstbewusste Kampfansage von Bert van Marwijk ließ keinen Spielraum für Interpretationen. "Ich fahre mit Australien sicher nicht zur Fußball-WM, nur um da ein bisschen mitzuspielen. Ich will unsere Spiele gewinnen", sagte der in Deutschland bestens bekannte Kurzeit-Trainer der Socceroos, der "Down Under" bei der Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) oben auf sehen will.

Der Niederländer van Marwijk, der in der Vergangenheit Borussia Dortmund (2004 bis 2006) und den Hamburger SV (2013 bis 2014) betreut hat, heuerte Ende Januar als Nationaltrainer auf dem fünften Kontinent an. Der 65-Jährige folgte auf Ange Postecoglou, der nach den erfolgreichen Play-offs gegen Honduras im November überraschend zurückgetreten war.

Van Marwijk hatte sich eigentlich mit Saudi Arabien für die WM qualifiziert, bei den anschließenden Vertragsverhandlungen überwarf er sich jedoch mit dem Verband. An der nötigen WM-Erfahrung des Niederländers, der sein Amt nach der Endrunde wieder abgibt, hapert es jedenfalls nicht. Vor acht Jahren führte er sein Heimatland in Südafrika bis ins Finale (0:1 n.V. gegen Spanien).

Soweit dürfte der Weg der Australier, die in Russland in der Gruppenphase auf Frankreich, Peru und Dänemark treffen, nicht führen. Dennoch baut der Verband FFA auf den Coach. "In Bert van Marwijk haben wir einen Trainer, der mit dem Team große Dinge erreichen kann", sagte FFA-Vorsitzender Steven Lowy, der angeblich auch Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann als Coach auf dem Zettel hatte.

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Van Marwijk tritt in Australien in die Fußstapfen seiner Landsleute Guus Hiddink und Pim Verbeek - doch nach der Endrunde lassen die Australier wieder einen Einheimischen ans Ruder. Graham Arnold wird van Marwijk beerben. Arnold arbeitete in der Vergangenheit bereits als Assistenztrainer und Interimscoach für das Nationalteam. Sein Vertrag beim Verband läuft bis zur WM 2022 in Katar.

Dass Arnold einen WM-Teilnehmer übernehmen darf, hat er Postecoglou zu verdanken. Unter dem gebürtigen Griechen, der das Amt im Oktober 2013 als Nachfolger von Holger Osieck angetreten hatte, schaffte Australien durch ein 3:1 im Play-off-Rückspiel gegen Honduras zum vierten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt die WM-Qualifikation.

Entscheidenden Anteil daran hatte Mile Jedinak. Der 33 Jahre alte Kapitän glänzte gegen Honduras mit einem Hattrick und sicherte den Australiern um Mathew Leckie (Hertha BSC) sowie Robbie Kruse (VfL Bochum) das vorletzte WM-Ticket. So kann Routinier Tim Cahill (38) auf seine vierte WM-Teilnahme hoffen.

Wie schwer die Aufgabe bei der Endrunde wird, zeigten allerdings die ersten beiden Länderspiele unter van Marwijk. Gegen Norwegen setzte es ein 1:4, von Kolumbien trennte sich Australien torlos. Bei der WM 2014 in Brasilien war Australien nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden.

(sid)