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Nur Verzögerungen bei WM-Stadien: Sportminister Rebelo vergleicht WM mit einer "Hochzeit"

Nur Verzögerungen bei WM-Stadien : Sportminister Rebelo vergleicht WM mit einer "Hochzeit"

Brasiliens Sportminister sieht im Endspurt vor der Fußball-WM 2014 keine unlösbaren Probleme auf den Gastgeber zukommen. Aldo Rebelo hat nochmals energisch bestritten, der Rekord-Weltmeister werde ein Problem mit der Fertigstellung seiner zwölf WM-Stadien für die Endrunde im kommenden Jahr (12. Juni bis 13. Juli) haben.

Allerdings musste der Politiker eingestehen, dass es in Sao Paulo, Curitiba und Cuiaba zu Verzögerungen kommen wird. "Aber alle drei Stadien werden rechtzeitig zu den WM-Testevents fertig sein", sagte Rebelo am Mittwoch vor internationalen Journalisten vor der WM-Gruppen-Auslosung am Freitag im Badeort Costa do Sauipe.

Launig fügte er hinzu: "Für eine Hochzeit braucht man eine Braut und einen Bräutigam. Häufig erscheint einer von beiden zu spät, aber trotzdem findet die Hochzeit statt." Rebelo warb um Verständnis für das Corinthians-Stadion in Sao Paulo, wo am 12. Juni 2014 das Eröffnungsspiel stattfinden wird. Bekanntlich hatte es dort vor Wochenfrist einen Unglücksfall gegeben, als ein Kran umgestürzt und auf die Dachkonstruktion gestürzt war. Zwei Arbeiter waren dabei ums Leben gekommen.

Laut Rebelo seien allerdings die Sicherheitsstandards auf den brasilianischen WM-Baustellen eingehalten worden. "Aber Unfälle passieren auch auf anderen Baustellen in der Welt", sagte er, "alle Stadien werden rechtzeitig fertig. Wir haben keine Probleme, die Testveranstaltungen durchzuführen."

Der Weltverband FIFA hatte bereits am Dienstag die Verzögerungen bestätigt. "Zwei Stadien werden im Februar übergeben statt im Dezember oder Januar. Curitiba ist das Stadion mit den größten Problemen. Klar ist, dass Curitiba nicht vor Ende Februar 2014 fertig ist. Das ist ein Fakt", hatte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke auf einer Pressekonferenz gesagt, "wir sind aber nicht in Krisenstimmung." FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sprach von "kleinen Verzögerungen", das Thema sei "so klein, dass wir die Augen schließen können". Blatter betonte, das Eröffnungsspiel solle auf jeden Fall in Sao Paulo stattfinden.

Zwei Tage nach der Auslosung der acht Vorrundengruppen startet die nächste Verkaufsphase für die heiß umkämpften Eintrittskarten der Endrunde im Sommer 2014. Für jedes Vorrundenspiel der DFB-Elf werden zudem ab Sonntag über einen gesonderten Verkaufskanal 8 Prozent der Tickets für das jeweilige Stadion den deutschen Fans zur Verfügung gestellt. In den beiden ersten Vergaberunden gab es weltweit 6,2 Millionen Nachfragen, allein 500.000 für das Finale.
Exakt 1.084.335 Tickets wurden bislang verkauft.

Rebelo erklärte in seiner Ansprache am Mittwoch, dass die Weltmeisterschaft zusätzlich rund 3,6 Millionen Arbeitsplätze im WM-Gastgeberland schaffe. Das Land sei bereit für die WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Angesprochen auf die Proteste Zehntausender beim vergangenen Confed Cup sagte Rebelo: "Natürlich sind solche Vorkommnisse nicht zu verharmlosen, aber wir sind überzeugt, dass wir mehr positive als negative Dinge zeigen können. Wir stehen zu unseren Problemen und Schwierigkeiten, gleichermaßen sollten aber auch die Anstrengungen, die unternommen werden, entsprechend transportiert werden." Dies gelte auch für das Thema Kriminalität und Gewalt. Dafür haben die brasilianischen Organisatoren in den letzten Jahren rund 400 Millionen Euro (1,170 Milliarden Real).

Hier geht es zur Bilderstrecke: WM 2014: Die Stadien in Brasilien

(sid)