Bild des Superstars wackelt Wirbel um Ronaldo hält nach vermeintlicher Abreise-Drohung an

Doha · Cristiano Ronaldo soll mit seiner Abreise gedroht haben, der Verband dementiert vehement. Doch im Viertelfinale droht nach der Goncalo-Ramos-Gala erneut die Bank.

 Saß lange nur auf der Bank: Cristiano Ronaldo im Gespräch mit seinem Trainer.

Saß lange nur auf der Bank: Cristiano Ronaldo im Gespräch mit seinem Trainer.

Foto: dpa/Tom Weller

Die Gerüchte um seine angebliche Abreise-Drohung waren kaum in der Welt, da schickte Cristiano Ronaldo demonstrativ eine deutliche Botschaft an die Kritiker. Portugals Team sei „zu vereint, um von äußeren Kräften zerbrochen zu werden“, schrieb der gefallene Superstar am Donnerstag auf Twitter. Doch das Ronaldo-Beben dürfte keineswegs abklingen.

Denn die Degradierung des Kapitäns und die Drei-Tore-Gala seines Erben Goncalo Ramos sorgen auch Tage später noch für Schlagzeilen. Medien berichteten, der Superstar habe gar mit der vorzeitigen Abreise gedroht, nachdem er von seiner Jokerrolle im WM-Achtelfinale gegen die Schweiz (6:1) erfahren hatte.

Der portugiesische Verband wies die Berichte am Donnerstag ins Reich der Fabel, der Kapitän habe „zu keinem Zeitpunkt damit gedroht“, aus Katar abreisen zu wollen. Und auch Ronaldo räumte jegliche Zweifel an einem Verbleib im Quartier von Portugals Team aus.

„Eine Nation, die zu mutig ist, um sich von irgendeinem Widersacher einschüchtern zu lassen“, schrieb er und stellte dazu ein Bild, auf dem die Mannschaft gemeinsam jubelt: „Ein Team im wahrsten Sinne des Wortes, das bis zum Ende für den Traum kämpfen wird.“

Dennoch scheint sich etwas zusammenzubrauen im portugiesischen Lager, nachdem Nationaltrainer Fernando Santos seinen Superstar 73 Minuten auf der Bank hatte schmoren lassen - ausgerechnet vor dem kniffligen Viertelfinale gegen Marokko am Samstag (16.00 Uhr/ZDF und Magenta TV). Denn wenig spricht dafür, dass Ronaldo seinen Platz auf der Bank wieder räumen darf.

Während die Diskussionen um Ronaldo keineswegs enden, fragen sich viele, wer der „Neue“ im portugiesischen Sturm überhaupt ist. Dass Ramos, 21 Jahre alt, Spitzname „Zauberer“, vor der Gala im Lusail-Stadion weitgehend unbekannt gewesen sei, wies Teamkollege Bruno Fernandes zurück, spätestens jetzt sollten die Menschen Ramos' Qualität kennen. Einer, der den Aufstieg hautnah begleitet: Roger Schmidt.

Seit der frühere Leverkusen-Coach Benfica Lissabon trainiert, blüht Ramos förmlich auf. Neun Treffer erzielte der Jungstar in elf Spielen, an der Spitze der Torjägerliste in Portugals erster Liga steht, natürlich, Ramos - das Interesse zahlreicher Topklubs dürfte geweckt sein. Geschätzt wird sein Eifer, Kampfgeist und seine Einstellung.

Seinen Lieblingssong verriet Ramos zwar nicht („zu viele verbotene Wörter“), dafür ist das Markenzeichen des „Pistoleiro“ umso bekannter. Dreimal formte der Jungstar gegen die Schweiz die Hände zu einer Pistole. Zu gerne würden die Mitspieler den Jubel häufiger sehen.

„Wenn er in jedem Spiel drei Tore macht, wären wir glücklich“, sagte Fernandes. Ob Ronaldo das auch so sieht?

(dör/SID)
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