1. Sport
  2. Fußball
  3. WM

Plünderungen und Tote im deutschen WM-Spielort

Brasilien : Plünderungen und Tote im deutschen WM-Spielort Salvador da Bahía

Tote, Verletzte und Plünderungen in Salvador da Bahía. Hier trägt in zwei Monaten die deutsche Nationalelf ihr WM-Spiel gegen Portugal aus. Die Regierung entsandte Elitepolizisten und hunderte Soldaten. Die städtische Polizei war in den Streik getreten.

Bei den Ausschreitungen im brasilianischen WM-Austragungsort Salvador da Bahía kamen mindestens 39 Menschen ums Leben. Die städtische Polizei hatte am Dienstag wegen eines Tarifstreits die Arbeit niedergelegt.

In der Küstenstadt kam es daraufhin zu zahlreichen Plünderungen. Menschen stürmten unter anderem Supermärkte, Apotheken und Elektronikmärkte. Nach Behördenangaben wurden mindestens 50 Verdächtige festgenommen.

Präsidentin Dilma Rousseff reagierte mit der Aussendung von 2500 bewaffneten Soldaten und 250 Elitepolizisten. "Ich habe dies angewiesen, um die Sicherheit der Öffentlichkeit und den Frieden in Bahia zu garantieren", twitterte Rousseff: "Es ist nicht akzeptabel, dass die Bevölkerung Bahias gefährdet wird."

Der Zwischenfall weckt neue Sorgen um die Sicherheit bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien.

Die Behörden erklärten den Streik am Donnerstag nach 48 Stunden für beendet. Ein Sprecher der Regierung des Bundesstaates sagte zur Zahl der Todesopfer in der Stadt, sie sei "ein gutes Stück höher als normal, aber nicht absurd hoch". Vor zwei Jahren waren während eines zwölftägigen Polizeistreiks in Salvador da Bahía 157 Menschen getötet worden.

Salvador da Bahía etwa 1000 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro ist mit rund 2,5 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Brasiliens und hat einen Ruf als eine der gefährlichsten Städte des Landes. Die Mordrate schnellte zwischen 2000 und 2010 um 400 Prozent in die Höhe und lag zuletzt laut Statistik bei 41,1 Morden pro 100.000 Einwohner. In der Stadt finden sechs Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft statt. Am 16. Juni spielt Deutschland in Salvador da Bahía gegen Portugal.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Soldaten sichern deutschen WM-Spielort Salvador da Bahía

(AFP sid)