Gastronomie in Neuss Getrübte WM-Stimmung in den Kneipen

Neuss · Einige Gaststätten hatten bereits im Vorfeld beschlossen, die WM in Katar nicht zu zeigen. Andere haben sich für eine Übertragung entschieden. Doch auch der erste Auftritt der DFB-Elf gegen Japan sollte kein Stimmungs-Aufheller werden.

In der Trafostation wird die diesjährige Weltmeisterschaft ausgestrahlt.

In der Trafostation wird die diesjährige Weltmeisterschaft ausgestrahlt.

Foto: Matheo Berndt

Das erste Spiel der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar – am Ende ein enttäuschendes 1:2 gegen Japan – trieb den Neusser Gastronomen wohl schon aufgrund der Anpfiffzeit bei Weitem nicht so viele Gäste in die Kneipen, wie es bei Turnieren dieser Art sonst üblich ist. Nicht in allen Gaststätten kann man die Spiele in diesem Jahr überhaupt sehen – manche Gastronomen entschieden sich bereits zuvor gegen die Ausstrahlung.

In der Trafostation hatte sich am Mittwochnachmittag vor den Leinwänden eine kleine Gruppe Fußballfans gesammelt. Der Gastronom Thomas Kruczka hat weder mit mehr noch mit weniger Gästen zum Spiel gerechnet. „Unbeschwert ist die Stimmung nicht, aber das liegt wohl auch an Umständen wie der Jahreszeit und der Uhrzeit des Spiels, abgesehen von der restlichen Kritik“, erzählt er. Ob sich die Stimmung im Laufe des Turniers noch wenden würde, hänge auch vom Auftritt der deutschen Mannschaft ab. Kritik an seiner Entscheidung, die WM auszustrahlen, erlebe er auch: „Das ist aber selten an uns persönlich gerichtet, ich reagiere darauf gar nicht“, sagt er. Auch die Gäste nehmen das Turnier nicht ohne Konflikte wahr: „Die Stimmung bei der ganzen WM ist etwas verhalten, gedrückt“, sagt Islam Sar, der sich dennoch entschieden hat, das erste DFB-Spiel anzusehen. Er sei ein Stammgast des Lokals: „Ich bin einfach gern hier und schaue gerne Fußball in Gesellschaft.“ Dass manche Gaststätten die WM boykottieren, verstehe er, „ich finde es aber auch okay, wenn man sie ausstrahlt.“

Ein Gastronom, der bereits lange entschieden hat, die Weltmeisterschaft nicht zu zeigen, ist Alexander Bliersbach, der den Drusushof betreibt. Während anderswo das Spielgeschehen verfolgt wird, läuft bei ihm der reguläre Restaurantbetrieb. „Ich hatte nicht vor, die Spiele zu zeigen und ich kann damit leben“, sagt er. „Unsere Entscheidung, die Weltmeisterschaft nicht auszustrahlen, gilt jedoch nicht für zukünftige Turniere.“

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