Brennende Autos Krawalle in Brüssel nach Belgiens Pleite gegen Marokko

Brüssel · In Brüssel kam es am Sonntag zu Ausschreitungen. Auslöser ist wohl das WM-Spiel zwischen Belgien und Marokko. Es brannten Autos und die Stadt wurde verwüstet.

In Brüssel kam es zu Unruhen rund um das Spiel der Belgier gegen Marokko.

In Brüssel kam es zu Unruhen rund um das Spiel der Belgier gegen Marokko.

Foto: dpa/Nicolas Maeterlinck

Nach der WM-Pleite der belgischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Marokko ist es in der Hauptstadt Brüssel zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Polizeiangaben zufolge verwüsteten „einige Dutzend Personen“ am Sonntagnachmittag rund um das 0:2 (0:0) der Roten Teufel in Katar Teile der Innenstadt und attackierten die Sicherheitskräfte.

Erst ab circa 19.00 Uhr sei wieder Ruhe eingekehrt, zuvor war es zu elf Festnahmen gekommen. Eine dieser Person wurde in Gewahrsam genommen. Die Krawalle ereigneten sich am Rande friedlicher Versammlungen von Marokkanern, die eine der größten ausländischen Gemeinschaften im Land bilden.

In Lüttich, wo etwa 50 Personen eine Polizeistation angriffen, und in Antwerpen kam es ebenfalls zu Zwischenfällen. In den Niederlanden sorgten indes marokkanische Fans für Unruhe. Die Polizei ging in Rotterdam mit Schlagstöcken gegen einige der rund 500 Menschen vor, auch in Amsterdam und Den Haag schritten die Beamten ein.

Bereits vor dem Abpfiff sollen die Gewalttäter in Brüssel die Konfrontation mit den Ordnungskräften gesucht haben, dadurch sei „die öffentliche Sicherheit gefährdet“ worden. Ein Journalist sei durch einen Feuerwerkskörper im Gesicht verletzt worden, daraufhin setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas ein.

Neben Pyrotechnik verwendeten einige der Täter Wurfgeschosse. Andere setzten eine Straße in Brand und zerstörten eine Ampel. Insgesamt waren rund 100 Beamte im Einsatz.

Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, bestimmte Teile des Stadtzentrums zu meiden. Einige U-Bahn-Stationen und Straßen wurden gesperrt, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Dem belgischen Nationalteam um Ex-Bundesliga-Star Kevin De Bruyne droht nach der überraschenden Niederlage das Vorrundenaus. Am Donnerstag wartet mit Vize-Weltmeister Kroatien der vermeintlich stärkste Gegner.

(dör/SID)
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