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WM-Kolumne von Erich Rutemöller: Englands Erfolg bei der WM fußt auf einer Top-Ausbildung

WM-Kolumne von Erich Rutemöller : Englands Erfolg bei der WM fußt auf einer Top-Ausbildung

Unser Autor Erich Rutemöller outet sich als Fan des britischen Fußballs, hat aber auch Kroatien schon länger auf seinem Zettel.

Ich muss mich an dieser Stelle einmal outen: Ich freue mich riesig über das erfolgreiche Abschneiden der englischen Mannschaft. Das hat natürlich mit ihrem Auftreten zu tun – spielerisch, aber auch darüber hinaus. Reden wir doch mal Klartext: Die Mätzchen, die die Kolumbianer im Achtelfinale gegen England abgezogen haben, gingen gar nicht. Schön, dass die Briten sich nicht allzu sehr haben provozieren lassen und sich letztlich durchgesetzt haben.

Ich mag den englischen Fußball aber auch generell. Seit Jahren sind sie schon richtig gut mit ihren Nachwuchs-Nationalmannschaften, was sich jetzt im aktuellen WM-Kader widerspiegelt. Torhüter Jordan Pickford zum Beispiel, der im Elfmeterschießen gegen Kolumbien den entscheidenden Ball hielt, war bei der jüngsten U21-EM noch der große Rückhalt der Three Lions und ist es jetzt auch im A-Team. Die Engländer sind inzwischen top in der Trainerausbildung – sie haben gut auf uns geschaut in den vergangenen Jahren und ernten jetzt die Früchte.

Man darf wirklich gespannt sein, wie es am Samstag mit England weitergeht. Im Viertelfinale gibt es dann das hochinteressante Duell mit Schweden, da werden die Three Lions richtig gefordert. Ich persönlich mag den Spielstil der Schweden nicht so sehr, sie parken mitunter schon drei Busse vor dem eigenen Tor. Aber selbstverständlich gibt ihnen der Erfolg Recht, zumal da ihre Konter sehr gut geworden sind.

Der Erfolg der Schweden kommt schon etwas überraschend, der der Engländer ist es nicht, und auch der der Kroaten nicht. Sie haben immer schon hervorragende Fußballer hervorgebracht. Wer wüsste das besser als ich, der doch zum Trainerteam von Bundestrainer Berti Vogts gehörte, als wir bei der WM 1998 im Viertelfinale mit 0:3 gegen Kroatien verloren? Davor Suker, der heute Verbandspräsident Kroatiens ist, war damals ebenso stark im Fußballspielen wie im Provozieren, und dann gab es ja noch einen Zvonimir Soldo. Er war später bei mir im Trainerlehrgang, und ich schätze ihn sehr.

Für die WM in Russland hatte ich Kroatien schon vor dem Turnier auf dem Zettel, weil sie sich um den starken Kapitän Luka Modric auch als Mannschaft gefunden haben. Mein Titelfavorit bleibt dennoch Brasilien, aber was heißt das schon? Spanien und Deutschland zählten für mich ebenfalls dazu, und sie schon lange zu Hause.