Kader für die WM 2018: Mario Götze muss sich neu beweisen

Denkpause von Joachim Löw: WM-Held Mario Götze muss sich neu beweisen

Öffentliche Kritik von Peter Stöger, eine Denkpause von Joachim Löw: Mario Götze muss jetzt liefern. Ansonsten ist der Final-Siegtorschütze von 2014 bei der WM in Russland nur Zuschauer.

Seine schwarze Mütze hatte Mario Götze tief ins Gesicht gezogen. Wortlos verließ der 25-Jährige in eine dicke Winterjacke verpackt das Dortmunder Stadion nach dem 1:0-Erfolg gegen Hannover 96. Doch Götze wird jetzt Taten sprechen lassen müssen: Ansonsten wird der Final-Siegtorschütze von 2014 die WM in Russland nur als Zuschauer erleben.

Wenn Joachim Löw am Dienstag in Düsseldorf seine Nationalspieler versammelt, fehlt der formschwache Götze. Der Bundestrainer hat ihm eine Denkpause verordnet - und das ausgerechnet bei den letzten Härtetests gegen Spanien und Brasilien sieben Wochen vor der vorläufigen Nominierung seines WM-Kaders.

"Er hat ein unglaubliches Potenzial und ist ein Spieler, dem ich eigentlich auch vertraue. Aber im Moment ist er noch nicht in der Form, in der wir ihn uns wünschen. Ich wünsche mir von ihm, dass er aus seiner Position wieder mehr in die Spitze geht. Wir müssen ihm helfen, dass er daran arbeitet und die nächsten zwei Monate nutzt", sagte Löw bei Eurosport. Anders ausgedrückt: Götze bleiben nach dem Europacup-Aus des BVB nur noch sieben Bundesligaspiele Zeit, um sich für den Saisonhöhepunkt aufzudrängen.

Das Spiel gegen Hannover werteten die Dortmunder Verantwortlichen als Schritt in die richtige Richtung. "Heute waren wir sehr zufrieden mit dem, was wir gesehen haben. Mario hat - wie viele andere - ein richtig gutes Spiel gemacht", sagte Trainer Peter Stöger, der seine Nummer 10 nach der Schmach von Salzburg in der Europa League noch öffentlich kritisiert hatte.

Ein richtig gutes Spiel war es gegen die Niedersachsen allerdings nicht. Götzes Körpersprache war eine andere als in Salzburg. Er war auch durchaus engagiert, doch an guten Offensivaktionen war er selten beteiligt. Sportdirektor Michael Zorc nannte es "ein ordentliches Spiel mit guten Laufwegen".

Ordentlich darf bei Götzes Fähigkeiten aber nicht der Anspruch sein, gerade wenn man bedenkt, dass Löw in der Nationalmannschaft auf den Positionen im Mittelfeld ein Überangebot hat. Götze schöpft sein Potenzial zu selten aus. In dieser Saison war er in 27 Pflichtspielen an acht Treffern (zwei Tore, sechs Vorlagen) direkt beteiligt - die Zahl ist ausbaufähig.

Ganz abgeschrieben ist Götze mit Blick auf die WM (14. Juni bis 15. Juli) natürlich noch nicht. "Insgesamt ist die Tür zur Nationalmannschaft noch nicht geschlossen, es gibt noch einige Spieler, die weiter unter Beobachtung stehen und eine Chance haben, wenn sie uns in den nächsten Wochen überzeugen", sagte Löw. Mit anderen Worten: Götze muss sich neu beweisen.

(sid)
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